Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Körperteil päntn erw^äiint mit der Glosse batun (hebr. '123); päntn bezeichnet demnach den „Bauch“ und wegen seines Zusammenhanges mit pänu gewiss ursprünglich den am weitesten vorstehenden Teil des Bauches, also wohl die Bauchwölbung. Dass dies Wort paiitn hier zu wählen ist, ist wegen des Ideogramms SI, das sonst päiui vertritt, sehr wahrscheinlich. (J.) Z. 7. Das Zeichen vor HU ist nach Sp. IV, 40 und nach K 61 etc., I, 5 zu TU zu ergänzen. Zweifelhaft ist mir, ob man TU.ljU \i\&x wie sonst summatu = Taube zu lesen hat. „Taubenmehl“ giebt keine bestimmte Vorstellung von dem, was mit dem Wort bezeichnet werden soll. Man könnte zur Not an pulverisierten Taubendung denken. Z. 8. tusamza III i von masu mit causativer Bedeutung; das a am Ende des Wortes weist wohl darauf hin dass der Stamm ist; dies scheint sich gerade bei diesem Verbum gehalten zu haben, wofür besonders stark die Schreibung ta-mau-za- (K 4023, IV, 8) ins Gewicht fällt. Auch der Plural namziat’i (s. bei DELiTZ.SCit, HWB 396a) weist vielleicht in dieser Richtung. RID.AS könnte man für ein Attribut zu kuruuuu halten, wenn es nur an dieser einen Stelle vorkäme und keinerlei Parallelen vorlägen. Da sich aber in ganz ähn- lichem Zusammenhang die Verbalform ta-la-as findet (Z. ii und K 61 etc., I, 12; s. auch in dem im Recueil de Travaux etc., Vol. XXIII, Note LX von SCHEIL mitgeteilten Text Nr. 583 aus Konstantinopel Vs. ZZ. ii und 23 und Rs. Z. 22 ta-la-a-as), so liegt es sehr nahe in RII) das Ideogramm des Verbums lasu und in AS ein phonetisches Komplement dazu zu sehen. Die Bedeutung des Verbums /asu wird wegen der des hebr. „kneten“ sein. Eine solche Bedeutung passt gut in unsern Zusammenhang; auch aus anderen Gründen ist es wahrscheinlich, dass R/U die Lesung /aS/ wirklich hat. Denn /äsu hat nach VR 39, 24a. b das Ideogramm SA.RID.MAL (sumerisch zu lesen uik-Iag-ga), das nach A.SKT 86f, Z. 65 und IVR 27, 5i'54b lu = Teig (J.) bezeichnet. MAL ist nun als phonetisches Komplement entbehrlich und SA steht gewiss hier, wie auch sonst, im Sinne des assyrischen ak/// = „Brot“. Darum darf man für R/I) allein getrost eine Lesung /asu annehmen, zumal diese Annahme durch das auf R/J) so oft folgende AS aufs beste unter- stützt wird. Z. 9. tu/xassa {tugazza) steht vielleicht für tuUrssasa, II i von /casasu. Doch wäre auch eine Ableitung von einem Verbum gj/x{kazpu möglich. Nach dem Zusammenhang hier und Sp. III, 13, wo sich die gleiche Form findet, könnte dieses Verbum mit kasasu ungefähr gleichbedeutend sein, wenn es sich nicht, was mir jetzt wahrscheinlich ist, um eine Ableitung vom Stamme Xatr, „kalt sein“, handelt; wir hätten dann eine Form II i von diesem Stamme mit kausativer Bedeutung „du sollst kalt machen“ vor uns, die hinter dem vorangehenden tabasal ihren guten Sinn hätte. Vgl. auch Sp. II, 45 und IV, 50, wo ebenfalls auf tabasal, wenn auch nicht ganz unmittelbar, eine Ableitung des Stammes (geschrieben WAZAA) folgt. Z. 10. I m Zusammenhang unseres Textes ist die Form lim-ta-za, 3. Pers. Prec. I 2 oder besser II 2 (für timtazza] von mazfi, nicht auffällig, weil ja der Form II 2 bekanntlich passivische Bedeutung eignet. Gegen Ende der Zeile scheint der Text nicht ganz in Ordnung zu sein; wenigstens ist das lua vor pantl u naglabl recht merkwürdig. Dafür, dass hier ein Versehen des Schreibers vorliegt, spricht der Umstand, dass vor LAL == samädit ein von ihm irrtümlich gesetztes SU wieder getilgt worden ist. Z. 11. wird wohl kaum, wie DeiüTZ.SCII, HVVB 536b annimmt, mit identisch sein; daher wird man auch nicht berechtigt sein das erste Zeichen b;pugjklk/// zu lesen. Zimmern vermutet (briefliche Mitteilung an Herrn Professor Jensen) auf Grund](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0120.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)