Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Kommentar /■u KK. yib-f-aßS, I, ll —14. der Verbindung- von mit hasaln (V R 18, 35. 36c. d), dass jenem Ideogramm eine Ableitung von diesem Verbum, also etwa hiislii, als Lesung entspricht; auf Grund des talmudischen = Gerste vermutet er weiter, dass aucli huslu diese Bedeutung hat. Sicher ist unter allen Umständen, dass eine mahlbare Getreideart und nicht irgend ein Gefäss (gegen Delitzscij) bezeichnet. (tAB von .Sesam wird, da es hier zwischen lauter Mehlarten aufgeführt wird, ein Mehl oder mehlähnliches Produkt aus Sesam sein. Eine dieser Bedeutung entsprechende Lesung von GAB ist bis jetzt nicht bekannt, da ja VR i8, 33c nach der Kollation von PiNCHE.s (ZKP' I, S. 349) für eine Lesung \'on GAB nicht mehr in Betracht kommt. Da- gegen folgt aus der Stelle II, 147. IV, 40. VIII, 7, dass GAB von Sesam eine .Substanz ist, aus der man Bilder, d. h. Pdguren formen kann, die dann verbrannt werden sollen. Luid BA I, S. 500 wird ausdrücklich „Sesam, aus dem Mehl gemacht werden soll“ {= samaUamu ivia kimi) erwähnt. Die Gleichung GAB —^ kanäkn sa sabi (HR 28, 57 h g) und die aus Z. 58 vielleicht zu erschliessende Bedeutung „pressen“ i\\x kanaku (s. d.) legen es nahe, in GAB samassami „ausgepressten .Sesam“ zu sehen, also das, was man heute „Öl- kuchen“ nennt. KU. GIG ist wohl nach K 166, 12 (Kopie von Jen.sex) k'nu kibii zu lesen. Auf Grund des Umstandes, dass das Ideogramm aus den Zeichen für „Mehl“ und „Krankheit“ oder „.Schmutz“ zusammengesetzt ist, vermutet man, dass khu kibti krankes (vielleicht auch krank machendes .p oder schmutziges Mehl bezeichnet. Ob dies nun wirklich aus Getreide gemacht war, oder ob eine nur mehl ähnliche Masse so bezeichnet wurde, kann ich nicht feststellen. Am Ende der Zeile ist die Schreibung nicht sehr klar; die Zeichen für la und as sind etwas verzerrt (s. die Autographie); doch geben die Parallelstellen (s. o. zu Z. 8) genügende Sicherheit für die von mir vorgeschlagene Lesung. Z. 12. Ob [sammu) irri mit dem Adjektiv iiTfi — marnt (V R 24, 14c. d) irgend etwas zu thun hat, ist zweifelhaft, wenn auch nicht unmöglich. Es gab von dieser Pflanze vielleicht mehrere nach ihrer Farbe unterschiedene Spielarten, von denen hier die „weisse“ verschrieben wäre. Wahrscheinlicher ist mir aber, dass hier wie in der parallelen Stelle Sp. IV, 53 [ar [isii) Gi-si pisä{-a)] pisä sich seiner durch das phonetische Komplement (^-a) gesicherten Akkusativendung wegen auf ani und nicht auf {sammu) irri, bezw. (A//) su-si bezieht, und dass also ein „weisser Zweig“ gemeint ist. Unter einem ,,weissen Zweig“ könnte man etwa einen im Dunkeln getriebenen und daher farblosen .Schössling verstehen. Z. 13. Vor dem Zeichen kiZ ist höchst wahrscheinlich PA = mahäsu zu ergänzen, da sich PA.AS = tamalias{-as) in gleichem Zusammenhang in unseren Texten öfter findet (z. B. K 191 etc., II, IO u. K 71b etc., III, 50). Z. 14. {rikku) su-a -di ist nach Rm. 367 etc., Rs. 6 (bei Meis.sner, Supplement) ganz pho- netisch zu lesen. Mit aram. r^:%^Do, nach Löw Nr. 22 i = Cyperus, Cj'pergras, scheint man es wegen seiner Determinative (riHu/} und {isui (s. Rm. 367 etc., Rs. 6) wohl kaum zusammen- stellen zu dürfen. Indes bezeichnet As.SAF IV, 61 die Pflanze Xiyio (Löw emendiert zu 5<n3!''D!) als D'T'S'’p Lhad wenn man an die zur Familie der Cyperaceen gehörige Papyrusstaude denkt, so wird man gewiss die Bezeichnung solcher Gewächse als Bäume nicht allzufernliegend finden. tu-ha-ir (oder-ver.?) passt wegen seiner Präteritalform recht schlecht in unsern Zusammen- hang; doch ist das i (/) jedenfalls auf Rechnung des folgenden r zu setzen und / zu lesen. Ein Verbum lu^ni mediae st, “1 oder das eine hier passende Bedeutung hätte, ist mir nicht Küchle r, Assyr. Med. I4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0121.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)