Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![klärlich sein, kanäkii (warum setzt Deiutzsch k an.^) könnte hier aber keinesfalls „siegeln“ bedeuten. Vielleicht tritt hier eine ursprüngliche Bedeutung des Verbums „niederdrücken, pressen“ zu Tage. Vgl. hierfür Delitzsch zu K 4361, II, 3 und IV R 50, 50b im HWB 589 und siehe schon JENSEN, Kosmologie S. 417k Spalte II. Z. 4. [abnu) KA soll nach MEISSNER und RoST, Bauinschriften Sanhcrib's S. 45 und Bemerkung dazu, Basalt sein. Diese Ansicht ist aber hinfällig, da an der zitierten Stelle gar nicht [abnu) KA, sondern AA/.sv/'r/v? steht, womit wohl das Material der Thürsteine gemeint ist, auf denen die betr. Inschrift steht. (J.) Auch ist [almn') KA ein kostbarer Stein, der unter Edelsteinen aufgeführt wird (KB V, Nr. 295, II, 13. 16. JOHNS, Deeds etc. 645, 5). Zu lesen ist wohl {abnu) sinnir, vgl. {abnu) KA.MAS.KAK, wohl = sinni sabiti, da pi sabiti doch wohl sinnlos wäre. (J.) Ob dann {abnu) sinnu Elfenbein wäre, wie sonst sinnu ohne [abnu) davor.? Z. 7. Am Anfang der Zeile steht nach JoiINS ganz sicher MAS] wenn dies nicht, was ich für sehr wahrscheinlich halte, ein Schreibfehler für PA = ani ist, so ist es wohl mislu zu lesen und mit ,,’/2 (Sekel)“ zu übersetzen. Z. 8. SIM.HI \?>‘l vielleicht als rikku tabu zu verstehen, wie SU. HI Ai?, masku tabu. Über U.AL.KUR vgl. oben zu Sp. I, 22. Der Text hier scheint der dort ausge- sprochenen Vermutung entgegenzustehen, wenn nicht etwa das rikku nach HI in prägnantem Sinne gebraucht ist oder ich bei der Abschrift ein Zeichen zwischen SIM und U über- sehen habe. Z. 10. Das letzte Zeichen dieser Zeile ist nach Z. 16 zu zu ergänzen und wahrscheinlich basainu zu lesen; vgl. hierfür Zimmern, Beiträge, S. 98, Z. 46. basaniu = BAR ist nun sonst auch ein Trauergewand (WlNCKLER AOF II, I, i, S. 44). Das kann es hier gewiss nicht sein, so wenig wie an der soeben zitierten Stelle; man wird vielmehr mit Zimmern in diesem basamu das assyrische Äquivalent für hebr. DlBS zu sehen und saman basanii etwa durch ,,wohlriechendes 01“, wenn nicht durch „01 der Balsam- staude“, wiederzugeben haben. Z. 11. ana libbi bezieht sich wohl, wie K 191 etc., I, 29, auf ein nicht erwähntes, aber als vorhanden vorausgesetztes Gefäss. Z. 12. ana mit dem Genitiv steht hier wohl im Sinne des lateinischen Dativus commodi. Über NI. MAL vgl. oben zu Spalte I, 49. Z. 14. Will man bestimmen, welcher Körperteil (s. o. zu K 191 etc., II, 7) mit MA bezeichnet wird, so ist zu beachten, dass es sowohl an der vorliegenden Stelle wie auch Z. 28 von ihm heisst, es habe rupustu, das wohl „Auswurf, Ausscheidung“ im weitesten Sinne bezeichnet, bekommen; demnach hat das ILA in normalen Zustande kein rupustu] viel ist mit dieser Erkenntnis freilich nicht gewonnen. Auffallend ist, dass an den drei mir bekannten Stellen, wo der Körperteil MA vorkommt (K 191 etc., II, 7, hier und Z. 28) dieser Teil immer selbst als Subjekt erscheint, während sonst in der Regel N'A = amtlu in dem den Krankheitszustand beschreibenden Satze Subjekt ist. TUK. TUK = irta'si, weil von isu, das sonst auch durch TUK vertreten wird, keine /-Bildungen vorzukommen scheinen, während I 2 von rasu - - „bekommen“ nicht selten ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0126.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)