Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![heisst Jiia gi{sihi\ (so wird mit grosser Wahrscheinlichkeit zu ergänzen sein) marta ipirni“, wohl eine Krankheitserscheinnng, die in Verbindung mit Rülpsen stattfinden kann. Es liegt daher sehr nahe für paru eine Bedeutung „erbrechen“ anzunehmen. Auch dass parfi in Sp. III, 44 in enger Verbindung mit rdlslsanähn steht, welch’ letzteres nach Craig, Astrol. Texts, S. 27, Z. 20 und S. 92, Z. 13 vielleicht „husten“ bedeuten könnte, weist wohl in derselben Rich- tung. Ob unser paru mit arab. „entleeren“ und aram. zusammenzustellen ist, erscheint mir fraglich, da das mehrfache Vorkommen von Singularformen, die auf u enden, ohne relativisch zu sein, auf eine Wurzel tertiae “i schliessen lässt. itanipas ist wohl Präs. I 3 von ipihi „machen, thun“; auch diese Form, die bis jetzt noch nicht belegt sein dürfte, zeigt wieder die grosse Mannigfaltigkeit der Vokalisierung gerade bei diesem Verbum. ana pari itanipas heisst dann wohl „er thut (etwas, das) zum Erbrechen (führt)“, d. h. wohl „er würgt“. Z. 19. SU steht hier wohl prägnant für eine bestimmte Rinde. Kl wird hier, wie sonst, itti zu lesen und durch „mit“ zu übersetzen sein. Ist das richtig, so wird hier diese Präposition in Verbindung mit InLllnlu gebraucht; dies wäre ein neues Argument für die Richtigkeit der Gleichung „biillu/u — mengen“. Z. 20. im-ni-hi ist Prät. I i von ^niarahi, wohl = „schmutzig“ oder „krank sein“. Der Stamm ist bisher nur in den adjektivischen Formen marsn und marustii bekannt. k\k'ras-d]tis ist dunkel. i-li-b\pii gehört vielleicht zu 2nb = „zum Fiebern bringen“ und stände dann für itibii. Plin = „bedrängen, drangsalieren“ (Delitz.SCH, HWB 364b) giebt es nicht. (J.) Z. 21. Der Gruppe ff A.J//stehe ich völlig ratlos gegenüber. Die nächstliegende Fesiing wäre, vom Zusammenhang unserer Stelle völlig abgesehen, fmii[-ini)\ damit ist hier aber nichts zu machen. Auch eine an sich mögliche I.esung tu-sip kommt wegen ihrer Präterital- form nicht in Betracht. Anderes weiss ich nicht vorzuschlagen. Z. 23. Pis kann zweifelhaft erscheinen, worauf a>ia libbi sich hier bezieht; am besten wird man es aber auf die nach dem ersten Wort unserer Zeile durch Kochen herzustellende Materie beziehen. Z. 24. Das auf DUK = karpatii folgende /[c? ist vermutlich der Beginn einer pho- netisch geschriebenen 2. Pers. Sing. Präs. Z. 25. naspaktn ist eine Femininform zu dem schon bekannten Gefässnamen nas- pakn (s. Delitz.SCH, IIWB 68oa) und wird wie dieser wohl mit „Giesser, Kanne“ zu über- setzen sein. Z. 28. I HA UT ist vielleicht i-ha-par zu lesen; doch wäre damit für die Fest- stellung der Bedeutung der Gruppe nicht viel gewonnen, da mit der einzigen für hapärii bisher nachgewiesenen Bedeutung „graben“ hier gar nichts zu machen ist. Z. 29. Es ist nicht sicher, ob in dieser Zeile die 2. oder die 3. Person des Verbums sabatu zu lesen und ob das erste lisänu Subjekt oder Objekt ist. Z. 35. Auf das Zeichen KI folgt entweder SU.AS oder SI. Ist letzteres zu lesen, so wird man die beiden Zeichen wohl zu )ii-si verbinden und dies als Infin. I i von XliJi auffassen dürfen; dieser Infinitiv müsste dann passivisch gebraucht sein, also „das Sich- erheben“, eigentlich „das Erhobenwerden“ bedeuten. (J.) Eine solche Bedeutung wird nahegelegt durch das folgende ID. HU = nasrii oder irn = „Adler“. Da keinerlei Grund dafür vorhanden zu sein scheint, anzunehmen, dass es sich hier um einen wirklichen (lebendigen oder toten) Adler handelt, so liegt es in An- betracht der sonst in unseren Texten vorkommenden Zeitangaben nach dem Stande gewisser](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0128.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)