Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![auch zur Bezeichnung der Bruchzahlen; also regelrecht = rihut. Hiernach ist meine Umschrift [rtbd.t] durchweg zu berichtigen. Unter [sainimi) a-ra-ri-ia-iiu am Ende der Zeile steht die „Glosse“ ^ (sai/n/nt) mir- gi-ra-a-nir, ob diese nun [saminn) nrariänn erklären oder aber eine weitere Ingredienz der Arzenei nachtragen soll (der Raum ist knapp!), kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Doch spricht für die Annahme, dass die „Glosse“ erklärender Natur ist, die dann sich ergebende Proportionalität von drei Ingredienzen mit den dreissig (Sekel) U/Iw/////-Pflanze, auf welche erstere gleichmässig zerrieben werden sollen (Z. 11). Z. 12. gannii gahha sind jedenfalls Namen von Leiden, die das Innere „hat“ oder von Stoffen, die es im Übermass enthält. Ihre Bedeutung ist unklar. Für die Feststellung der Bedeutung von gahhu ist das in Verbindung mit sualu vorkommende guJiIut [Surgu VII, 30 und 97) heranziehen. Die syntaktische Verbindung der folgenden Worte wird die sein, dass hiihitu (so ist doch gewiss zu lesen) und nipustn Prädikatsakkusative zu irtasi sind. Dafür, dass huh'itu und nipnitii koordiniert sind, spricht, dass hiihitu mit hahhu, einem Synonj’m von rupiistu (s. Delitz,SCII HWB 272b), eines Stammes sein könnte. Hat man etwa hiihitu und rupiistu als festen und flüssigen Auswurf (so wegen des Parallelismus mit akalii ii ini) zu unterscheiden.? Gemeint ist mit der uns vorliegenden Beschreibung wohl wieder, dass der Kranke erbricht. Z. 13. Dass nach tu-glk kaPs-ipa noch etwas fehlt, scheint mir nach meiner PLrklärung von iiikassa zu Sp. I, 9 noch weniger wahrscheinlich als bisher. Man wird daher in der Umschrift die eckigen Klammern mit dem Fragezeichen darin nach tiikussd zu streichen und die Übersetzung nach der Bemerkung zu Sp. I, 9 zu berichtigen haben. Z. 16. Statt des gewöhnlichen Ausdrucks, ,,das lihhii nimmt Wein nicht an“ haben wir hier eine Variante: „das kalhttii nimmt Wein nicht an“, die für die Bestimmung der Bedeutung von lihbii wertvoll ist. Über die Bedeutung von kabittu s. o. zu K 191 etc., III, 68f Die Bedeutung der letzten erhaltenen Zeichen dieser Zeile: Gl NA A LAL ist dunkel. Gl.NA steht sonst für kiiiii, A für /ui und LAL einmal wenigstens (S'^ 143) für lapakit, A und LAI. zusammen aber auch für siknu (II R 48, 37 c. f). Doch ist mit keiner von diesen Bedeutungen der einzelnen Zeichen für unsre Stelle ein entsprechender Sinn zu gewinnen. Also ist gi-iia-a vielleicht assyrisch und bedeutet dann „beständig“. Z. 18. DIR wird wohl auch an unsrer Stelle, wie so oft, für malu = „voll sein“ stehen. Z. 25. Statt der von mir in der Umschrift gegebenen Ergänzung des Anfangs der Zeile wäre auch eine solche zu f amilii libbi-sii i-ta-iia-hi-as möglich. Welche von diesen beiden hier die richtige ist, ist sehr schwer zu bestimmen, zumal da in Z. 16 z. B. beide Ausdrücke neben einander Vorkommen und beide Aussagen in der Folge der Krankheits- bilder in diesem Texte gleich wahrscheinlich sind. Die an Aid {sa/uuiit) lisan kalbi geknüpfte Bestimmung stimmt genau mit der überein, die sich in IIR 42, 43 £ findet, auch dort auf eine Wurzel, freilich eine andre, bezogen. Die Bestimmung, dass die Sonne die zu verwendenden Pflanzenteile bei ihrer Gewinnung nicht bescheinen darf, gilt noch heutzutage bei vielen sogenannten Sympathiekuren und andren abergläubischen Heilverfahren. Z. 30. st PI BI \\?d man wohl si-pi-hi zu lesen; es ist freilich ziemlich auffällig, dass in unsrem Zusammenhang -su durch BI wiedergegeben wird. Merkwürdig ist es auch, dass hier auf die Füsse noch Brust und Weichen folgen, und zwar in einer Reihenfolge, die die Körperteile weder in der Richtung von oben nach unten, noch von unten nach oben auf einander folgen lässt. Dieser Umstand könnte es nahe](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0133.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)