Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
Licence: In copyright
Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by Royal College of Physicians, London. The original may be consulted at Royal College of Physicians, London.
139/218 (page 123)
![Z. 57. In GI.S\1G.TAR hat man wohl, besonders wegen des folgenden ihrdad (s. sofort) die Bezeichnung eines Rohres oder einer Röhre zu sehen, durch welche die Arzenei eingesogen werden soll; auch K öi etc., IV, 5 (s. dort) spricht dafür, dass Gl.SAG. TAR eine zu medizinischen Zwecken gebrauchte Röhre bezeichnet. BU.AD wird gewiss isadad{-ad) zu lesen und dies mit „er soll (ein)ziehen“ im Sinne von „er soll saugen“ (beachte das unmittelbar vorhergehende ina pl-sii) zu über- setzen sein. ZZ. 59f. Der Wechsel des Wiederholungszeichens//mit KI-lIIN und SU.BI.AS.A.AN' (über die letzte Gruppe s. ZlMMERN, Beiträge S. 100 zu Z. 64) weist wohl darauf hin, dass jedes von ihnen sich auf eine andere Wortgruppe des voraufgehenden Abschnittes (ZZ. 55 — 58) bezieht, und zwar wird, da nur bei dieser Annahme sich keine Schwierigkeiten zu ergeben scheinen, ÄV.Z’/.AS'.A. AA'für ina inaski titirri tasaniid, II für ina Gl.SAG. TAR ina pisu isadad und KI-MIN für baln patan tnsastisu ina nii kasi [SAR) irtanahas nTi {isu) SI.NU ina KU-su tasapak stehen. (J.) Z. 60. BIT.NIPl.KAL bezeichnet entweder einen Teil des Z?/////-Baumes oder ein von diesem gewonnenes Produkt, Mehr wird sich über die Bedeutung dieser Zeichengruppe nicht ermitteln lassen. Z. 64. SIM.ZUN KAK.A.BI = rikki kählnia befremdet einigermassen, da weder die drei in Z. 63 aufgezählten rikki „alle rikki“ sind (wir kennen ja erheblich mehr), noch anzunehmen ist, dass alle irgend vorkommenden rikki zu diesem Meilmittel verwendet werden sollten, noch endlich es nötig erscheint, nach der Nennung der drei rikki in Z. 63 noch einmal ausdrücklich zu sagen, dass diese auch wirklich solche sind. Gleichwohl halte ich es für nicht ganz ausgeschlossen, dass rikki käldma hier bedeute „lauter rikkit?,“ oder aber, dass rikki käldma die Bezeichnung für ein aus allen rikku's zusammengesetztes Gemisch ist, das man immer fertig hatte. Z. 65. dli-ig\k\k-ht ist, wenn als ein Wort zu fassen, wohl mit dtiglk-ksa (Sp. I, 25; s. dort) eins und würde dann wegen des hebräischen = „stechen“ wohl „Stechen“ bedeuten, was sich aber mit dem folgenden lapdtu nicht gerade gut verbindet. Vielleicht ist es daher besser, -su für das Pronominalsuffix der 3. Person anzusehen und ein bisher unbekanntes Nomen ({\tig\k\kn anzusetzen, dass dann wohl eine bestimmte Thätigkeit des Kranken (Atmen, Schlucken, Husten oder dergl.) bezeichnen müsste. Über die Bedeutung von lapdtu s. o. zu K 191 etc., I, 16. Über gihi (die Ergänzung zu ina gi-si-hi empfiehlt sich mit Rücksicht auf das in Z. 66 folgende marta ipirrii im Hinblick auf K 61 etc., I, i und II, 23, wo beide Male Galle in engem Zusammenhang mit ^A//, h&i.wr gihi, erwähnt wird) vgl. oben zu K 191 etc., II, 27. Z. 66. Vi\x paru s. o. zu Sp. II, 17, für die nächsten Worte oben zu Z. 55f Aus der Erwähnung von nunu im Zusammenhang unsres Textes ergiebt sich, dass Fische von den Assyro-Babyloniern gegessen wurden, ebenso wie nach der vorliegenden Stelle und nach K 61 etc., I, 2 Zwiebel, Eauch, Rind- und Schweinefleisch. Nach der letzt- genannten Stelle dürfte am Ende unsrer Zeile entweder karasa [SAR] oder sir saht zu ergänzen sein. Bei der grossen Verehrung, die Ea(i) bei den Babyloniern zu teil wurde, könnte der Fischgenuss auffällig erscheinen, wie der Schweinefleischgenuss angesichts des israelitischen Schweinefleischverbotes. Dass ein solches für Babylonier und Assyrer nicht bestand, war übrigens schon aus den Hemerologieen bekannt. uUamahhar, IIE^ 2 von maharu, kann nach dem Zusammenhang hier und in K 61 etc., I, 2 nicht wohl etwas anderes als „annehmen“, eigentlich „zur Annahme gelangen lassen“, bedeuten im Sinne von „bei sich behalten, nicht wieder erbrechen“. PJie beiden Stellen 16^=](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0139.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)