Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![IVR 26, 12 und 17b sind, da es sich dort um Formen von III 2 handelt, zum Vergleich nicht heranzuziehen, auch nicht KB VI, i, 120, 43, aus demselben Grunde. Wohl aber müssen beachtet werden die Stellen KB VI, i, 130, 36 und 132, 28 und 33, wo ebenfalls Formen von IIF^ 2 von inahäj'U Vorkommen. Aus diesen Stellen geht hervor, dass die Mutter des Gilgainis sutamahhiiru des Eabanii^) bei jenem „gethan“ habe. Dies wird entweder bedeuten, dass sie eine freundliche Aufnahme EabaniQys bei Gilgainü bewirkt habe, wenn nicht gar eine geschlechtliche Vereinigung der beiden, worauf der Wortlaut in der Umgebung der betreffenden Stellen wohl schliessen lassen könnte, oder aber, dass sie die beiden Genossen Gilgamis und Eabani(}) völlig gleich gestellt habe (J.); dies wd^ch. Gtstiz Hammurabi s Rs. VIII, 42. 51; zu beachten ist, dass bald nach dem hitamahhurii die beiden Helden als Brüder bezeichnet werden. Die oben vorgetragene Erklärung von ustamahhar gewinnt eine wesentliche Stütze durch das folgende ut-ta-sar, wie doch jedenfalls zu lesen ist, da ein Ideogramm UT. TA (SAR) für einen Pflanzennamen wegen des dann darin anzunehmenden sumerischen Komple- ments TA (statt DA) zum Mindesten recht auffallend wäre. Ist wirklich ut-ta-sai' zu lesen, so ist dies II 2 von asärn (“iTÜii) mit jedenfalls kausativer Bedeutung also „fahren lassen“. Dies wäre ein neuer Ausdruck für „erbrechen“, für das die Terminologie im Assyrisch- Babylonischen sehr reichhaltig gewesen zu sein scheint. Z. 69. ba-ba-sjsa {ibi) näri erscheint neben ba-a-sii sa na-a-ri (IV R 29''', IV C, 11 b) und niät ba-a-n {Asarhaddon III, 27) etwas verdächtig; doch kann recht wohl ein Wort babasjsH neben bäs?( existiert haben. Die Bedeutung beider müsste nach dem Zusammen- hang der Stellen freilich ungefähr die gleiche sein. Spalte IV. Z. 1. Für UD.DA DI.DI s. o. zu Sp. I, 21. Z. 2. Das RA (drittletztes Zeichen) ist entweder irahas zu lesen, was durch den Umstand, dass nicht wie in K 191 etc., II, .31 u. ö. RA.M/S geschrieben ist, nahe gelegt wird, oder aber irtanahas, da sich diese Form mehrfach (Sp. II, 60. Sp. III, 15. 41 u. ö.) phonetisch geschrieben findet. Z. 4. Wie gewöhnlich, wird UR hier für isdii, PA für mahäsu stehen; doch wäre dann mit ina isdi tamahas jedenfalls nicht gemeint, dass der Arzt die zuvor genannten Pflanzenstoffe mit seinem Bein zerschlagen soll — das geht wegen des vorhergehenden istinis RAT wohl kaum —, sondern wohl, dass er die durch das AU A hergestellte Masse auf sein (wahrscheinlich nacktes) Bein „schlagen“ soll, um sie auf diesem zu kneten. Bei ina SU BAR RI ist zu fragen, ob SU und A/JA. A7 zusammengehören, also hier von einem A/LA.A7-Leder die Rede ist, oder ob A/JA. A7 Ideogramm für ein Verbum mit phonetischem Komplement r/ist und für W masku auszusprechen ist. Für die zuletzt genannte Fassung spricht das vielfach in unseren Texten vorkommende ina SU (oder KU) SUR.RI (oder titirri) und besonders der Umstand, dass in Z. 5 hh BAR. RI und das darauf folgende tasamid, aber ohne das voraufgehende SU, welches dort wiederholt ist, das Wiederholungs- zeichen 77 steht, was bei einer engeren Zugehörigkeit von BAR.RI zu SU nicht wohl möglich wäre. Vielleicht hat man dann in BAR ein zweites Ideogramm für = streichen (s. o. zu K 191 etc., I, 25) zu sehen; zu beachten ist hierfür, dass BAR und SUR die Lesung k-p-r \BAR = kapäru (II R 30, 30 f) und SUR = käpirn (BrÜNNOW Nr. 2971)] gemeinsam](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0140.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)