Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![ZZ. 20ff. SAßJ.SI wird hier überall Bezeichnung einer be.sümniten Ptlanze sein und nicht Apposition zu dem jedesmal voraufgehenden Pflanzennamen, welche die mit letzterem bezeichnete Pflanze als eine „gegen Galle(nleiden)“ wirksame charakterisieren würde. An sich wäre ja auch dies letztere denkbar; doch dürfte der Abschnitt II R 42, 34—39t!. e. f schwer dagegen ins Gewicht fallen. Der Text dort ist dem unsern insofern ähnlich, als dort in jeder Zeile aut den Namen einer Pflanze jedesmal SjOM.KA.GIG.GA.KAN folgt; darauf heisst es jedesmal ,,ana tli KA SA.NG'“, was gewiss zu lesen ist „a//a Ui pi (oder linni\ was von beiden, kann uns hier einerlei sein) issakanii{-iiu)“, d. h. „sollen auf den Mund (oder Zahn) gelegt werden“ (da für den Gebrauch einer Relativform keinerlei Veran- lassung vorliegt, ist es nur möglich für SA, NU eine passivische Plural form von sakanu zu lesen). Also müssen diesem Verbum jedesmal mindestens zwei Subjekte vorangehen, und somit muss SViil/.7vTI. G^/G^. Bezeichnung einer bestimmten Pflanze und kann nicht Apposition zu dem jedesmal vorausgehenden Pflanzennamen sein. Also wird dasselbe wohl auch für unser SAM.SI, d. i. sanimi marti zu gelten haben, wenn auch nichts hindert, SAM.SI in unserm Text als Apposition zu dem jedesmal vorhergehenden Pflanzennamen aufzufassen. Vgl. auch das oben zu Z. 5 über sammu asi Ausgeführte. Z. 27. itinilaz\sa (das a am Phide ist überhängender Vokal) steht hier, wie in K 71b etc., II, 17 itmiipas, mit a/ia pari verbunden; ich vermute daher für dies Verbum eine ähnliche Bedeutung wie für jenes. Mit = „verschliessen“ oder „jubeln“ hat es kaum etwas zu thun. Die Übersetzung „geneigt ist“ ist geraten. JIA.GAL ist, wie die Schreibung i/ia-ga-al hei Ilainmurabi, Gesetz Rs. XII, 71 zeigt, rein phonetisch magal zu lesen. Durch diese Schreibung wird übrigens die auf S. 77 zweifelnd gegebene Vermutung, magal könnte etwa für makäl vom Stamme stehen, sehr unwahrscheinlich gemacht; denn soviel ich sehe, kommt in dem ganzen „Codex“ nirgends eine Schreibung mit g für etymologisches k vor. inald\taris ist jedenfalls Adverbium zu dem ihm folgenden illaku] was es bedeuten könnte, ist mir ganz dunkel. Mit mastarii, maltani ,,Tafel(.?), Aufschrift“ wird es gewiss nicht zusammenzustellen sein. Mit dem Satze mi iiia pisii i)iald\taris i/lakii wird jedenfalls Speichelfluss oder etwas Ähnliches gemeint sein. Z. 28. pa-nu-hi ist nach der P'orm des Verbums ipsaniidu als Plural anzusehen; diese Pluralform auf n ist gerade bei panu häufig; s. die Stellen bei Dia.lTZSCli, IIWB s. v. is-sa-nu-dn ist Präs. I 3 von sädu „rot sein“, nicht „glänzen“ (gegen Delitzscii, IIWB 564). Denn die Verbindung mit aräku = grün, gelb sein (IV R 50, 44b) erfordert, dass sjidii eine bestimmte Farbe bedeute; da es eine an Kupfer zu beobachtende P'arbe bezeichnet (I R 28, 15 a), kommen nur Rot und Grün (letzteres am Grünspan oder als grünes Leuchten bei sehr starker Erhitzung und Verbrennung) in Betracht. Dadurch dass pxdu von der Sonne ausgesagt wird (IHR 61, 19b. 62, 13b), wird wohl eine Bedeutung wie „grün sein“ ziemlich ausgeschlossen; rot kann die Sonne aber bekanntlich erscheinen (bei Finsternissen, beim Auf- und Untergang). Es bleibt also für sadn wohl nur die Bedeutung „rot sein“ oder „werden“ übrig. In Z. 38 finden wir unser issaJiudii UR.]MIS{-du) geschrieben; dass dies issanndu zu lesen sei, geht aus dem Zusammenhang mit Sicherheit hervor. Dabei erhebt .sich die Frage, wie das Ideogramm UR zu der Lesung sadn in der Bedeutung „rot sein“ komme. Pis handelt sich dabei nicht um eine Ideogrammverwechslung mit dem andern sädu ~ „jagen“; denn dieses hat gar nicht das Ideogramm UR, da in UR.NIGIN = .uiidu (IIR 24, 5e. f) NIGIN allein natürlich schon das Äquivalent für saidii und UR in der Gruppe nur für „Hund“ steht (vom „Jagdhund“ ist an der Stelle die Rede). Der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0149.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)