Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Gramm.' § 60), und die Worte bedeuten dann, dass der Kranke selbst Ekel vor jeder Speise empfindet. Z. 31. Nach SIS = annnti folgt ZUN, das sonst ja als Pluralzeichen gebraucht wird; das kann es aber hier nicht sein, da anmlti zwar ein Plural ist, aber sonst nie durch SIS. ZUN wiedergegeben wird. Auch für ma du o. ä. kann ZUN hier nicht stehen, da drei Pflanzenstoffe für eine assyrische Arzenei verhältnismässig wenig ist. Wäre eine phonetische Lesung zun für das Zeichen Zf/A'bezeugt, so würde ich vorschlagen ZUNm\t den folgenden Zeichen zusammen zun-zu-nu-ti zu lesen und dies als eine weitere Bestimmung zu III sammi annuti zu betrachten. Zur Wortform siehe B.\RTll, Nominalformen § 138, 3. KI.UT.A (ob diese Gruppe hier wirklich steht, kann ich mit Sicherheit nicht sagen) hat nach IIR 27, 8c. d eine, nach der Kollation von Herrn Professor Jen.SEN mit u\a (nicht d\u\) beginnende Lesung. Dies u\a ist auf Grund der Gleichungen KI.UT.A = TA.RIM (IIR 27, 7. 8c. d) und PA.RIM — nahälu (Rei.snek, Hymnen i, Rs. 23), bezw. uai^.)uiulu (KB VI, I, S. 40, Z. 32) zu nabähi (bezw. nainalu] aber s. TiiureaU-DaN(;IN i. d. Revue critique iqor, No. 28) = „trockenes, bezw. dürres Land“ zu ergänzen. Hiermit hängt wohl die Bedeutung „Trümmerstätte, Wüstenei“ des durch KI.UT vertretenen Wortes nidntu (s. DelitzSCEI, HWB s. V.) zusammen. Mit einer derartigen Bedeutung scheint aber in unserem Zusammenhang nichts anzufangen zu sein. Z. 32. Sehr merkwürdig ist das zweimalige HU .RA gegen Ende der Zeile, mag man es nun issura[-ra] oder pag-i'a (andere Lesungen kommen überhaupt nicht in Betracht) lesen. Auch diese beiden scheinen in den Zusammenhang unseres Textes gleich wenig zu passen. Das Ende der Zeile ist, soweit es überhaupt erhalten ist, ganz unverständlich. Z. 35. GA = sizbu daspu wohl == süsse Milch; daspu ist wohl nicht nur Substantiv, sondern auch Adjektiv (gegen DelitzSCH), ebenso wie matkii, wie VR 24 Nr. 2 -|- K 2036 zeigt, wo auf Wörter für „bitter“ doch wohl solche für „süss“ und nicht die für „Süssigkeiten“ folgen werden. Doch werden beide Wörter auch substantivisch gebraucht. (J.) Z. 38. u\nablp-blpag\k\k ist II l von einem Verbum nab\päg\k\ku', es könnte mit dem VR42, 59. 6od vorkommenden iiapüku und nuppuku (hier p und k gesichert) zusammengehören, oder auch bez. und mit uubTppuku, das in K 49, II, 30. 31 mit pukku zusammensteht, und in K 4188, III mit pukku und utakkii gleiche Ideogramme hat. Aus letzterer Stelle leitet Delitzscei im HWB für uubbjppuku die Bedeutung „genau acht geben, harren auf“ ab, indem er utakku hier zu dem bekannten utakkn mit dieser oder ähnlicher Bedeutung stellt, das zu einem Stamme gehört. Dass mit einer derartigen Bedeutung in unserm Zusammenhang nichts zu machen ist, leuchtet ein. Über die Lesung und Bedeutung der nächstfolgenden Zeichen s. 0. zu Z. 28. Das GIG nach NA BI = ainUu suatu ist wahrscheinlich nicht verbal, sondern sub- stantivisch zu fassen, da die Aussage aitiHu suatu maris doch etwas zu inhaltlos wäre und in unseren Texten sonst nicht vorkommt. Ist nach K 71b etc., I, 52 etwa zu uiursa inädam maris zu ergänzen.? Oder ist GIG der Anfang einer genauen Krankheitsbezeichnung von der Art wie inurus kakkadi u. ä..? Das 'ft am Ende der Zeile ist der Rest einer Bezeichnung für irgend eine Substanz, die — in Z. 39. — durch sa iltdJii näher bestimmt ist; für diese Bestimmung vgl. Sp. III, 9. tu-sallat ist II I von einem Verbum salätu, das nach II R 39, 73a. bft. -)- 27, 7b. 8. 9a. b das Ideogramm DAR hat, dessen Bedeutung aber bisher nicht allgemein erkannt zu sein scheint. Nun ist aber DAR = sutturu (S'' 66) = „zermalmen“, D^ IR. DAR=liuppu (II R 27,9a. b)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0151.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)