Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Z. 52. Über UAL s. o. zu K 71b etc., I, 28. Z. 59. Nl-hi ist jedenfalls, wie auch die Übersetzung bereits annimmt, tahasal-su zu lesen; vgl. oben zu K 191 etc., I, 12. Spalte II. Z. 8. Diese Zeile ist mit kdeinen Zeichen geschrieben. Der Abschreiber hat sie wohl ursprünglich überschlagen und erst nachträglich eingefügt. Z. 10. .9/ wird aller Wahrscheinlichkeit nach hier, rvie in Sp. I mehrfach, für martii stehen. Welche Stellung dies Wort im Satze einnimmt, ob es Subjekt oder Objekt ist, bleibt ungewiss, solange die Bedeutung der folgenden Zeichen KAL ZA nicht ermittelt ist. In KAL ZA haben wir vielleicht den Namen eines Leidens zu sehen, wie das folgende ludäd\ti (s. sofort) einer ist. lu-ba-d\ti (dazu ist nach Z. 16 und Z. 21 zu ergänzen) ist der Name einer Krankheit, die sich auch IV R 28* 12a (neben mun-gd) envähnt findet, imin-gn gehört nun nach Jensen’s Ausführungen in KB VI, i,S. 442 zu niagägu und dies bedeutet nach ihm vielleicht „bewegungs- unfähig sein“, im Pael „bewegungsunfähig machen, z. B. durch Ersticken“, mwigit also „Bewegungsunfähigkeit, Lähmung“. Nach der angeführten Stelle aus IV R könnte nun lu-ba-d\ti etwas dem miingn nahe Verwandtes sein. Danach meine Übersetzung „Lähmung“; doch scheint sie mir nicht ganz in unsern Zusammenhang zu passen, da nicht recht einzusehen ist, wie von der „Galle“ aus eine Lähmung entstehen könnte. Der Stamm ist vielleicht l-b-t\ vgl. hebr. tjab:, arab. isAi.? — Über den Gebrauch der Form fiiäl zur Bezeichnung von Krankheiten und krankhaften Zuständen siehe Barth, Nominalformen §§ 50c. 88a, 7. Hierher ist wohl assyr. siiäliK), vielleicht auch luisahhu (für husäJnA), g'kukämi zu stellen (falls dies nicht eine Bildung fulän ist, wie dulhänii, biisänit). Z. 12. ahi ist wahrscheinlich Name einer Krankheit, da es ja dem lubäddu in unserer Zeile und in Z. 16 gleichgeordnet ist. Über die Bedeutung lässt sich kaum etwas sagen. Hängt das Wort mit ü/7 == „verwirren“ zusammen.? Zu beachten ist, dass statt asfi in Z. 21 A steht, worin man vielleicht, weil auch dort sofort pa-rid(^)-tu u Inbadi folgt, das Ideo- gramm von ahl zu sehen hat. Über sammu asi s. o. zu Sp. I, 5- pa-rid{})-tu gehört, falls so und nicht etwa pa-siddjt (oder -/agjkjk oder -//dslsjs oder -ki/) -tu zu lesen ist, wohl zum Verbum parädu = zittern (J.) und wuirde wohl die damit bezeichnete Krankheit als eine mit Zittern (Schüttelfrost.?) verbundene charakterisieren; nach IVR 22, 5a ist die Krankheit parid{'t)tii mit der Krankheit und dem Dämon labartu zum mindesten nahe verwandt; Rm. 131, Vs. 12 (bei Melssner, Supplement) steht paridip)tii zwischen kabistimi und haUktum\ doch lässt sich auch aus diesem Text kein näherer Aufschluss über die Bedeutung von parid{})tu gewinnen. Z. 13. URUDU.BAT ht als „Pflanzen“name recht auffällig. Man erwartet nach dem ersten Teil des Ideogramms, dass es ein Metall oder einen metallenen Gegenstand bezeichnet. Nach II R 30, 41 ist es gewiss ini labirit — „altes Kupfer“ = „Grünspan“ zu lesen? Das wäre wieder ein Zeugnis mehr dafür, dass sammu einfach „Arzeneistoff“, bezw. „Gift“ bedeutet. Z. 14. Die Zeichen A LJI IN sind nicht durch 7ui tßbüti adi wüederzugeben und zu ml tabnti adi sibisu isati zu ergänzen, sondern einfach phonetisch a-!ji-iu[-ua-a] zu lesen, *) Doch sind auch die nach der Form fiiäl gebildeten Bezeichnungen von Sekreten im Arabischen zu beachten. S. Barth, a. a. O., § 50 d, «. Küchler, Assyr. Med. l8](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0153.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)