Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![das ferner in unserm Text in Sp. IV, i8f. in der Form tu-bal vorliegt und ausserdem z. B. in IIR 16, 38 f, wo es heisst shuii = getrocknetes (oder vertrocknetes) Getreide, ferner in K 3600 Rs. 25 (s. bei MEISSNER, Supplement, S. 2), wo von Heuschrecken die Rede ist, welche die Baumpflanzungen „dürr machen“, und bei KiNG, Magic 53, 12, wo von einem Dämon gesagt wird, dass er käl pagria ubbalii, d. h. meinen ganzen Körper „ausdörrt“. Dazu gehört wohl auch ubbulu in IHR 57, 13a, das dann „Dürre“ bedeuten würde. Steht es dort doch in einer Unglück verkündenden Voraussage. Dieses abälu ist vermutlich mit hebr. zusammenzustellen, das ursprünglich auch „trocken, dürr sein“ und „werden“ bedeuten könnte und an Stellen wie Arnos i, 2; Jes. 24, 4. 7 vielleicht jetzt noch bedeutet. (J.) Die hier als böses Symptom angegebene Ausdörrung des Körpers durch die Krankheit wird wohl die mit hochgradiger Gelbsucht häufig verbundene Abmagerung des Körpers beschreiben sollen. Z. 6. SI.UT SI.UT am Ende der Zeile [man könnte auch SU.NA SU.NA oder doppeltes KIL mit BA T darin (tiarkabtit) lesen] ist mir unverständlich. Z. 7. Der mittlere Teil dieser Zeile ist ebenso dunkel wie das Ende der vorher- gehenden. Das auf UZU folgende Zeichen, das lädiert ist, ist vielleicht DAGAL oder ein diesem ähnliches Zeichen. MU NI am Ende = sian-ht, eine in unseren Texten etwas befremdliche Schreibung. Doch vgl. Sp. IV, 26; MU NI = siiin-hi. Der auf Z. 7 folgende Trennungsstrich ist auffallend. Dem ist gegenüberzustellen, dass in Sp. IV aufZ. 26, die unserer Zeile entsprechend mit ah[haz\u hiinsu schliesst, kein solcher folgt, sondern ein Rezept unmittelbar angeschlossen ist. Der Unterschied erklärt sich vielleicht daraus, dass für den in Sp. IV, 26 vorgesehenen Fall nur ein Rezept angegeben wird, während unserer Zeile eine ganze Anzahl von Einzelrezepten folgt, die, nach dem ibalut am Ende von Z. 16 zu schliessen, nicht alle nach einander anzuwenden sind, sondern von denen der Arzt nur eines zu verordnen hat. Z. 9. Für das Attribut sa inbu lä nasu des Baumes NAM. TAR zikaru la iltani vgl. IIR 46, 32 f b. c, wo eine Dattelpalme nasn, bezw. lä [nasri] genannt wird. Es dürfte sich übrigens aus unserer Stelle ergeben, dass zikaru bei Pflanzennamen nicht das natür- liche Geschlecht bezeichnet; bezeichnete es das, so wäre sa inbu lä nasn ein völlig über- flüssiger Zusatz. Z.10. (sanniui) KUR.KA.NAM gewiss rein phonetisch zu lesen, knr-ka-nain, nicht mat-ka-nani, wie Delitzscii will (HWB 436a). Ideographisch geschrieben wird dieser Pflanzenname KUR.GIZAB.NA (s. IV R 26, 42/43b); in dieser Schreibung flndet er sich in unserm Text in Sp. IV, 36. Z. 11. Über tu-zag\k\k hier und ZZ. 13. 16 und tu-zak-ka in Sj3. IV, 38 f. s. o. zu K 71b etc., I, 57. ZAK.KA ist wohl phonetis'ch, zak-ka, zu lesen und gehört wahrscheinlich zu dem- selben zakü, läutern, von dem auch tuzak abzuleiten ist; es müsste dann etwa den beim „Eäutern“ sich ergebenden Rückstand bezeichnen, den man sonderbarer Weise „das Geläu- terte“ genannt hätte. Unter dem „Läutern“ dürfte man sich ein „Filtrieren“ vorzustellen haben. Z. 13. IM.KAL.LA ist wohl dasselbe wie IMKAL.GA und dann kalakkn = „YMSS, Mörtel“ zu lesen. (J.) Z. 14. Ist DAR hier vielleicht tusallat zu lesen.? Vgl. zu Sp. I, 39. Z. 17. Das in der ägyptischen Medizin häufige Heilverfahren der Räucherung findet sich hier, soweit ich sehe ausnahmsweise einmal, vorgeschrieben, ausserdem in unserm Text noch einmal in Sp. IV, 31.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0158.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)