Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![IJI.HI = tiiballal nach IV R 28''' Nr. 3, lo'iib u. s. — DKLl i’/st ii (IIWB 176b) meint, von confundere liege nichts in Imllitlir, aber gerade die von ihm angeführte Stelle K. 44, Rev. 16/17 sa in u anäki imtballilsunu atta (angeredet ist der Feuergott) scheint mir, wie längst behauptet (von dieser Stelle ging die Erkdärung von bulliiln aus), sehr stark fiir die Bedeutung „mengen“ zu sprechen; denn offenbar handelt es sich dort um Herstellung einer Legierung, während im parallelen Gliede von der reinen Darstellung von Silber und Gold die Rede ist [sa sarpi hurdsi iiiiidaiiimiksunn atta)\ zu vgl. ist bekanntlich auch z. B. TallQVI.st, Maqlii VIII, 8: ein Bild aus Erdpech, das mit Gips vermengt ist. Statt der Ergänzung der Zeile durch \baln pntän isatima ib\aliit könnte wegen der Art der hier gebrauchten Mischung auch etwa [fapasassinua ib]alat in Betracht kommen. Z. 21. Der Plural libbi-su zeigt schon deutlich, dass lihbu hier nicht das Herz bezeichnet, sondern zum Mindesten auch noch andere innere Teile; vielleicht alle.? Auf libbisu folgen das Zeichen MA und danach vor der Lücke noch zwei wagerechte Keile; nach Sp. II, 15 und K 61 etc., I, 27, wo in ganz ähnlichem Zusammenhang 7)/H. GHZ steht, wird das beschädigte Zeichen hier zu GAL zu ergänzen sein. Für diese Gruppe ist eine Lesung bisher nicht bezeugt. Aus den Stellen, an denen die Gruppe vorkommt (s. bei Zimmern B Ps. S. 28 Anm. ij ergiebt sich, dass sie ungefähr bedeuten muss „in grossartiger“ oder „gewaltiger Weise“ 0. ä. Daraus hat man wegen der Gleichung GAI^ — rabii geschlossen, die Gruppe sei rabis zu lesen, oder, wo das nicht recht passen will, wie z. B. an der uns vorliegenden Stelle, wo’dis oder daiDiis. Wie freilich MA + GAf. zu dieser adverbialen Bedeutung gekommen sein könnte, bleibt dabei gänzlich dunkel, da es ein sumerisches Adverbialpräfix ina- nicht giebt. Möglich wäre übrigens allenfalls auch, dass MA.GAL phonetisch ina-kal [makal, vom Stamme bir) zu lesen ist und ursprünglich „Gesamtheit“, dann als adverbialer Status absolutus „gänzlich, sehr“ bedeutet. Dass es sich nicht um einen adverbialen Akkusativ handelt, zeigt der LTmstand, dass sich, soviel bis jetzt bekannt ist, dies Wort dann nur ohne Kasusendung fände, während zu erwarten wäre, dass diese allermindestens ebenso häufig erhalten wie verloren wäre. (J.) SAR.SAR.hu wird zu lesen sein ittanpahu{-hii) (IV 2 von napähu), = sie glühen. Diese Lesung gründet sich einmal auf die Gleichung SAR.SAR — napiktinn (ASKT S. 129, ZZ. IIÖ2 und 1314) und dann auf das Vorkommen des Verbums in Verbindung mit libbu in Sp. II, 15, wo nap- gewiss zu nap-hu zu ergänzen ist, und mit inu (K 2611, III, l: in sumilihi naphat). An sich könnte man SAR.SAR. HU auch issarahn{-hu) lesen; das wäre dann I 2 (nicht IV I, gegen Delitzsch) von sarahu = „glShtn“ (hier nicht „schreien“, mit ZiMMEKX und gegen Delitzsch). Doch scheint sarahii in Verbindung mit libbu selten zu sein. Die von Delitzsch s. v. saraku angeführten Stellen zeigen es wenigstens, soweit in ihnen saralin = ..glühen“ überhaupt mit Substantiven verbunden vorkommt, alle mit Ausnahme von II R 20. 19a. b {NI = .•jaraku [.hr l]ibbi) in Verbindung mit kabittu, während IV 2 von napähu auch sonst in Verbindung mit libbu erscheint (s. Deli l'ZSCH, HWB, S. 474). (J.) Für die Lesung issarahu können aber sprechen die Ausdrücke Urihti libbi (Bezold, Catalogue 959, K 8760; von Meissner richtig erklärt) und xrrv't, welch’ letzterer in der späthebräischen Medizin ein Leiden bezeichnet, gegen das verschiedene auch in unseren Texten vorkommende Arzeneien verwendet werden (s. LöW, S. 260 Mitte). Mit dem folgenden MU.SI.IR (oder SA) kann ich, schon weil Parallelstellen fehlen, nichts anfangen. Z. 22. A.LJI = Uli tabutd. Die „Güte“ des Wassers bestände wohl in seiner Reinheit und seinem Wohlgeschmack.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0093.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)