Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Mit ana bnläti-hi wird sehr häufig die Therapie eingeleitet, z. B. Sp. II, 18. IV, 52. K 71b etc., II, 17. 39. 44 u. s. f. Z. 28. mi suluppi ist wohl Dattelsaft, wie uii kasi der Saft des A’h.f/ykrautes. A.GISTIN.NA ist nach VR 42, 12a. b etc. tä{a)batu zu lesen, und dies bedeutet (Delitzsch, HWB 298 b) nach seinem Ideogramm ein Gemisch von Wasser und Wein, also ungefähr dasselbe wie karann mazn. HAL.ZA möchte man wegen Iv7ib etc., I, 12 [HAL.SI] phonetisch lesen, und mit arab. „weiss, rein, unvermischt sein“, „geläutert, lauter“ (von Edelmetallen) tl ^ ..rein, unvermischt“, zusammenstellen; man würde dann zu übersetzen haben „lauteres“ oder „geläu- tertes Öl“. (sa/m/n/) KUR.RA ist nach IIR 7, 24g. h. und VR 39, 28g.h iii{i)nn zu lesen, wenn noch SAR folgt; dieses zweite Determinativ kann aber wohl auch ohne Veränderung der Bedeu- tung wegbleiben, ninft ist mit MEISSNER ohne Zweifel mit syr. = Ammi (cop- ticum L. oder majus L.) = Fenchelmerke (vgl. LÖW, SS 2^gff.) identisch. Dass rdiixi mit rdiwii Minze nichts zu thun hat, scheint mir LöW überzeugend dargethan zu haben. Sehr beachtens- wert ist wegen Z. 26 die von LöW (a. a. O.) zitierte Stelle Gitt. 69b: „gegen esse man rfefferkümmel (RÜD) und Sesam“. Auch die Zusammenstellung von mit 1. c. ist beachtenswert, da letzteres dem in unseren Texten zusammen mit /////y/ (K 71b etc., I, 52 und vielleicht öfter) vorkommenden (i^w;////) DIN. TIR = kainfniii (s. IIR 7, 50c. d) entspricht. Besonders zu beachten ist aber, dass beide gegen xa'’bi i5tT“'3; angewandt werden, also, genau wie auch in unseren Texten, gegen Leiden des libbu. Hier scheint sich eine alte ärztliche Tradition bis auf späte Zeiten fortgesetzt zu haben. Z. 29. Ana libbi muss sich hier wohl auf das libbu eines Gefässes beziehen, das aber als selbstverständlich vorhanden garnicht genannt worden wäre. Mit der Behandlung der offenbar sehr schweren Erkrankung — dass eine solche vorliegt, geht aus der Häufung böser Symptome hervor — muss man, um einen günstigen Heilerfolg in Aussicht nehmen zu können, vielleicht auf den Eintritt des neuen Jahres (s. o. zu Z. 4) warten. viTisi und siri schliessen sich wohl nicht aus, sondern das Nebeneinander beider wird die Morgendämmerung bezeichnen sollen. Z. 30. arki-hi = hiernach; dass so zu lesen ist, und nicht etwa arki Ar Rsbti = nach- dem + er sich gesättigt hat, was ja vielleicht auch durch SU ausgedrückt sein könnte, lehren die anderen Stellen, an denen sich die Gruppe IGIR.SU findet. Dort kann von einer Sättigung weder durch Essen noch durch Trinken die Rede sein, weil der Kranke vorher weder etwas zu essen noch zu trinken bekommen hat, so K 71b etc., IV, 50. K 61 etc., I, 12. (44). SI.KA ist mir unverständlich; es kommt, soviel ich sehe, nur hier vor. TU wird vorgesetztes phonetisches Komplement zu SUD = tusallah (IV R 22, i4/i5b) sein; für eine derartige nicht häufige Erscheinung vgl. z. B. ZIMMERN, Beiträge, S. 98, Z. 35. Z. 32. [sammu') NU.LUH.HA ist nach 81—7—27, 56, Z. 4 (bei MEISSNER, Supplement) nuhurtu zu lesen, wodurch sich Tallqvist’s Bemerkung Maqlü S. 140 zu Taf V, 32 ib, a. v. sihlu auch für unser Ideogramm als in der That zutreffend erweist; nuhurtu gehört, wie kasu, niml und andere Pflanzen, zu den immer wiederkehrenden Ingredienzen der Arzenei- mittel in unsern Texten. Mit nuhurtu ist vielleicht nu-ha-ri VR 17, 3d und 0 84, IV, 6 (Delitzsch, HVVB 76b s. v. illuru) zusammenzustellen. I I *](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0099.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)