Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes ; zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel.
- Neubauer, Carl, 1830-1879.
- Date:
- 1876
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes ; zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![und Alkohol auf. Die Lösungen sind neutral. In Aether ist er da- gegen so gut wie unlöslich. 1. Erhitzt man Harnstoff auf einem Platinblech massig, so schmilzt er unter Entwickelung von Ammoniak, wird darauf bei etwas stärkerer Hitze wieder fest, bräunt sich und verbrennt endlich leicht und voll- ständig ohne Zurücklassung von Kohle. 2. Erhitzen wir Harnstoff mit starken Mineralsäuren, wie Schwefel- säure etc. oder auch mit ätzendem Kali oder Natron, so erleidet er eine Zersetzung. Zu seinen Elementen tritt 1 Molecül Wasser und als End- producte liefert er Kohlensäure und Ammoniak. (Quantitative Bestim- mung nach Ragsky und Heintz.) Dieselbe Zersetzung erleidet er aber auch, wenn wir seine Lösung erstens mit fäulnissfähigen, stickstoff- haltigen organischen Stoffen zusammenbringen (Ursache der alkalischen Harngährung) und zweitens, wenn wir dieselbe in einer zugeschmolzenen Röhre mit Aetzbaryt längere Zeit einer höheren Temperatur über 100° aussetzen. (Quantitative Bestimmung nach Bunsen.) €H4 N2 O-|-H2 6- = C02-j- 2NH3. [C2H4N202 + 2HO = 2C02-f 2NH3.] 3. Bringen wir zu einer Lösung von Harnstoff salpetrige Säure oder eine Lösung von salpetrigsaurem Quecksilberoxydul in Salpetersäure, so zerfällt er in Wasser, Kohlensäure, Stickstoff und Ammon. (Liebig, Wöhler, Ludwig und Krohmeyer.) €H4 N20-J-NH02 + NH#3 = C02 -f 2 N + NH4, N#3 -f H20. — [c2 H4N202 + N03 + N05 HO = 2C02 + 2N -f- NH40,N05 +kH0.] — 1 Grm. Harnstoff liefert dem- nach 1,2 Grm. entweichender Gase. Nach Untersuchungen von A. Claus*) verläuft dieReaction jedoch nur dann in der an- gegebenen Weise, wenn man die ganze dazu erforderliche Menge von salpetriger Säure dem Harnstoff in der Kälte zusetzt und dann erst erhitzt, und zweitens, wenn man mit der salpetrigen Säure zugleich die ihr äquivalente Menge einer stärkeren Säure zufügt. Im letz- teren Falle ist es gleichgültig, ob von vornherein oder erst später erhitzt wird, und ebenso ist der Zusatz eines Ueberschusses von salpetriger Säure ohne Bedeutung. 4. Erwärmen wir eine Lösung von Harnstoff mit salpetersaurem Silberoxyd, so bildet sich ein unlöslicher Niederschlag von cyansaurem Silberoxyd und die Lösung enthält salpetersaures Ammon. Hierdurch führen wir ihn also in dieselben Verbindungen zurück (Cyansäure und Ammoniak), aus denen wir ihn künstlich herstellen können. 5. Quecksilberoxyd geht mit dem Harnstoff mehrere feste Verbin- dungen ein, worin je nach Umständen 2, 3 oder 4 Aeq. Quecksilberoxyd mit einem Aeq. Harnstoff verbunden sind. 6. Eine Lösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd bringt in einer Harnstofflösung einen weissen flockigen Niederschlag hervor, der je nach der Concentration der Flüssigkeit eine wechselnde Zusammensetzung zeigt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21069098_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)