Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes ; zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel.
- Neubauer, Carl, 1830-1879.
- Date:
- 1876
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes ; zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Weingeist im Wasserballe verjagt ist, mehr oder weniger gefärbt zurück. Tn wenigem Wasser gelöst und theilweise mit reiner Salpetersäure, theilweise mit einer concentrirten Auflösung von Oxalsäure versetzt, lie- fert er die beiden oben genannten Verbindungen. Bei ganz geringen Mengen lässt man die Krystallisation mit Salpetersäure unter dem Mi- croscop vor sieb geben, wo man leicht die oben beim salpetersauren Harn- stoff angeführten Krystallformen entstehen sehen wird. Ist der Harn jedoch albuminhaltig, so versetze man die obige Portion mit einem Tropfen Essigsäure, erhitze zum Kochen, wodurch das Albumin nun vollständig coagulirt, filtrire ab und behandle das Filtrat wie vorhin, indem man es zuerst im Wasserbade verdampft, den Rückstand mit Alkohol extrahirt u. s. w. §. 3. Kreatinin. Formel: €4H7N30 Kohlenstoff 42,48 [C8H7N302] Wasserstoff 6,19 Stickstoff 3 7',17 Sauerstoff 14,16 100,00. A. Vorkommen. Das Kreatinin, jedenfalls die stärkste organische Base des Thierkörpers, wurde zuerst von Lieb ig in dem krystallinischen Niederschlag gefunden, den Heintz und später Pettenkofer aus eingedicktem Harn mit Chlorzinklösung erhielten. L i e b i g fand in dieser Chlorzinkverbindung das Kreatinin neben Kreatin und kam so zu der An- sicht, beide Körper seien ursprünglich im Harn enthalten. Allein Heintz lieferte später durch eine sehr gründliche Untersuchung den Beweis, dass im frischen Harn kein Kreatin enthalten ist, sondern dieses sich erst bei der Zersetzung der Chloi^zinkverbindung des Kreatinins aus letzterem durch Aufnahme von Wasser bildet, eine Thatsacbe, die jetzt auch von Liebig und Dessaignes bestätigt worden ist. Da nun ebenso leicht das Kreatin durch Entziehung von Wasser in Kreatinin verwandelt werden kann, so wird auch wohl das im Muskelsaft sich immer findende Kreatin erst im Blute oder nach Voit wahrscheinlicher in den Nieren durch Wasser- verlust in Kreatinin übergehen, um dann in dieser Form mit dem Harn entleert zu werden. Dessaignes vermuthet dagegen, dass die Flüssig- keit der Muskel ursprünglich ebenso wie der Harn nur Kreatinin ent- halte, welches erst bei der Abscheidung durch die lange Einwirkung der Wärme in der neutralen Flüssigkeit zum grössten Tb eile in Kreatin über- gehe. Allein nach meinen Untersuchungen verhält sich die Sache ge- rade umgekehrt. Nach der beim Kreatin beschriebenen Methode kann man in sehr kurzer Zeit diesen Körper aus dem Muskelsaft rein dar- stellen und ausserdem habe ich mit Sicherheit nachgewiesen, dass Kreatin durch längeres Erhitzen in wässeriger Lösung nach und nach in Kreatinin](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21069098_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)