Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes ; zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel.
- Neubauer, Carl, 1830-1879.
- Date:
- 1876
Licence: Public Domain Mark
Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes ; zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / bearbeitet von C. Neubauer, J. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![1. Setzen wir zu einer Lösung von Kreatinin eine eoncentrirte Auflösung von Zinkclilorür, so entstellt sogleich ein krystallinischer Nieder- schlag von Kreatinin-Chlorzink (€4H7N30)^ Zw Cl2 — [C8 H7 N3 02, Zn Öl]. Bei sehr langsamer Bildung sind die Krystalle deutlich prismatisch, bei schneller aber sieht man unter dem Microscop nur feine Nadeln, die concentrisch gruppirt entweder vollständige Rosetten bilden, oder Büschel die sich kreuzen oder wovon je zwei mit den kurzen Stielen so anein- ander gelagert sind, dass sie ineinander übergehenden Pinseln gleichen. In kaltem Wasser ist das Kreatinin-Chlorzink schwer löslich, leichter in heissem Wasser, unlöslich dagegen in Alkohol. Scheidet man aus wässerigem Harnextract das Kreatinin mit Chlorzink ab, so erhält man die Verbindung meistens in dunklen, warzenförmigen Massen, an denen man selbst unter dem Microscop kaum eine krystallinische Structur wahrnehmen kann. Zuweilen er- hält man auch hier deutlichere Krystalldrusen, feine Nadeln, die zu besen- und stern- förmigen Massen -vereinigt sind. Aus alkoholischem Harnextract jedoch, mit einer gleich- falls alkoholischen Chlorzinklösung gefällt, bekommt man das Kreatininchlorzink Immer als schwach gelbliches Pulver/ welches unter dem Microscop ,fast nur gelblich durch- scheinende scharf conturirte Kugeln von verschiedener Grösse zeigt, an welchen bei starker Vergrösserung (400) eine Streifung mit Schärfe wahrzunehmen ist. Löst man von diesem Pulver in heissem Wasser, so lassen sich leicht regelmässige Formen unter dem Microscop erzeugen. Von der fast vollständig erkalteten Lösung bringt man einen Tropfen auf das Objectgläschen und lässt darauf mit Hülfe eines Stückchen Fadens, genau wie es beim salpetersauren Harnstoff pag. 1± beschrieben ist, etwas Chlorzinklösung hinzutreten. Sehr bald wird man jetzt zu beiden Seiten des Fadens die oben beschriebenen, für das Kreatininchlor- zink characteristischen Krystalldrusen oft von ziemlicher Grösse entstehen sehen. 2. Eine nicht zu verdünnte Lösung von Kreatinin mit einer eben- falls concentrirten Auflösung von salpetersaurem Silberoxyd versetzt, er- starrt zu einem Netz von Krystallnadeln, die sich in kochendem Wasser auflösen, aber beim Erkalten wieder ausscheiden. 3. Quecksilberchlorid verhält sich ähnlich. Der Niederschlag ist zuerst käsig, verwandelt sich jedoch in wenigen Minuten in ein Haufwerk von feinen farblosen Nadeln. 4. Eine Lösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd bewirkt in verdünnten Lösungen von Kreatinin sogleich keinen Niederschlag, setzt man aber der Mischung tropfenweise eine Lösung von kohlensaurem Na- tron bis zur eben bleibenden Trübung zu, so krystallisirt die Verbindung bald in schönen microscopischen Krystallen heraus. In concentrirten Lösungen entsteht der Niederschlag sehr bald und wenn keine freie Sal- petersäure zugegen, auch ohne Zusatz von Soda. 5. Erwärmt man ein Ammonsalz mit Kreatinin, so wird Ammoniak ausgetrieben. 6. Mit Salz-, Salpeter- und Schwefelsäure giebt das Kreatinin in Wasser lösliche, gut krystallisirbare Verbindungen: a. Salzsaures Kreatinin krystallisirt in durchsichtigen Prismen und breiten Blättern. Mit Platinchlorid giebt es eine ähnliche Ver-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21069098_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)