Thatsachen zur Pocken- und Impffrage : eine statistisch-ätiologisch-kritische Studie / von H. Böing.
- Böing, Heinrich.
- Date:
- 1882
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Credit: Thatsachen zur Pocken- und Impffrage : eine statistisch-ätiologisch-kritische Studie / von H. Böing. Source: Wellcome Collection.
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![4) Die Ausführung eines solchen Gesetzes ist aber physisch und volkswirthschaftlich unmöglich. 5) Demnach muss das Zwangs-Impfgesetz in seiner jetzigen Gestalt aufgehoben Averden. 6) Allgemeine Zwangsimpfinigen sind vielleicht gerechtfertigt in Zeit- perioden, in welchen die J^evölkerung von einer Invasion der Blattern bedroht wird, aber auch nur dann, wenn der Staat durcli allgemeine Einrichtung von Impfinstituten die Garantie übernimmt, dass keine an- steckenden Krankheiten durch die Impfung übertragen Averden. 7) Die fakultative Impfung ist zu gestatten. 8) Der Impfarzt trägt bei Ueberimpfung von Krankheiten auf den Impfling die volle Verantwortung. Zum Schluss bitte ich die Leser, folgende Sätze John Stuart Mill's (aus der Einleitung zu seiner Induktiven Logik) an der Irapftheorie auf ihre Wahrheit zu prüfen: »Es gibt keine allgemeiner anerkannte That- sache in der menschlichen Natur, als die äusserste ScliAvierigkeit, die man im Anfange empfindet, sich etwas als möglich vorzustellen, Avas im Widerspruch mit einer langen und geAVohnten Erfahrung, oder sogar mit alten DenkgCAVohnheiten ist. Diese ScliAAderigkeit ist ein nothwendiges Resultat der Grundgesetze des menschlichen Geistes. Wenn Avir zAvei Dinge oft zusammen gesehen und gedacht und sie niemals in irgend einem Falle getrennt gesehen oder gedacht haben, so besteht nach dem primären Gesetz der Association eine zunehmende und zuletzt unbesieg- bare SchAvierigkeit, die zAvei Dinge getrennt zu denken. Dies ist am sichtlichsten bei ungebildeten Personen, die im allge- meinen gänzlich unfähig sind, zwei Ideen zu trennen, die sich in ihrem Geiste einmal fest associirt haben. Wenn der gebildete Geist in dieser ]»ezichung etAvas voraus hat, so ist es nur, weil er — da er mehr ge- sehen, gehört und gelesen hat — Gedanken in mannigfaltigen Ver- knüpfungen erfahren hat und verhindert Avorden ist, viele solcher unzer- trennlichen Ideenverknüpfungen zu bilden. Aber dieser Vorth eil hat auch seine Grenzen. Der Mensch, Avelcher den geübtesten Verstand besitzt, macht keine Ausnahme von den universellen Gesetzen unserer geistigen Fähigkeiten, Wenn ihm die tägliche Erfahrung eine lange Zeit hindurch zAvei Thatsachen in Ver- hindimg mit einander darbietet, und wenn er Avährend dieser Zeit Avedcr](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22287437_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)