Thatsachen zur Pocken- und Impffrage : eine statistisch-ätiologisch-kritische Studie / von H. Böing.
- Böing, Heinrich.
- Date:
- 1882
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Credit: Thatsachen zur Pocken- und Impffrage : eine statistisch-ätiologisch-kritische Studie / von H. Böing. Source: Wellcome Collection.
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![dem Herrn Staatssekretair des Innern Vorschläge nach für alle Bundes- staaten gemeinsamen Gesichtspunkten unterbreitet. Die Angelegenheit ist den liundesregierungen zur Rückäusserung vorgelegt und dürfte ehi befriedigendes llesultat derselben in Aussicht stehen. d) Es ist in den Petitionen vielfach die Rede gewesen von einer Unzulänglichkeit der bisherigen Statistik der Pockenerkrankungen in Be- zug auf eine Kontrole der Wirkungen des Impfgesetzes. Wenn dem auch nicht absolut beigestimmt werden kann, da eine, wenn auch nur in ein- zelnen Bezirken erhobene, denn doch immerhin glaubwürdige und so ausreichende Statistik vorliegt, um den schützenden Einfiuss der Vaccina- tion erkennen zu lassen, so ist auf der andern Seite zuzugestehen, dass wir eine Statistik der Art, wie sie eigentlich erforderlich ist, um die Bilanz über die Wirkungen des Impfgesetzes ziehen zu können, nicht besitzen. Dass dieselbe ein dringendes Erforderniss ist, wird allseitig anerkannt. Die Einsetzung einer Kommission aus Verfechtern und Gegnern des Impfzwangs zur Prüfung der wissenschaftlichen Unterlagen des Impf- gesetzes kann diesseits für so lange nicht als zweckmässig bezeichnet werden, als eine umfassende und eingehende Statistik über die Erfolge der Impfung auf die Pockenmorbidität nicht erhoben sein wird.« »Neue Fälle von Impfsyphilis sind dem Gesundheitsamt seit 1879 nicht zur Kenntniss gekommen.« Aus der Diskussion. Schlusswort des Referenten: Weder in den Petitionen, noch in dem Vortrage des Korreferenten sei irgend ein Grund gegen den Werth der Impfung und die Berechti- gung des Impfzwanges vorgebracht worden, der nicht bei Berathung des Impfgesetzes und in der Kommission die gründlichste Erörterung gefun- den habe. Er müsse nochmals auf das entschiedenste dagegen protesti- ren, dass das Impfgesetz auch nur hauptsächlich auf die Statistik gebaut sei. — Wenn man der Impfung den V orwurf mache, sie entbehre der wissenschaftlichen Begründung, so müsse man doch fragen, was eigent- lich unter wissenschaftlicher Begründung verstanden werden soll.. Wenn man nur diejenige BehandlungSM^eise als genügend Avissenschaftlich be- rechtigt anerkennen wolle, deren inneres Wirken und Geschehen auf das vollkommenste erkannt sei, dann müsse man mindestens die Hälfte der ganzen Arzneimittellehre über Bord werfen. Die Wirkung einer ganzen Anzahl gerade der wichtigsten Arzneimittel sei heute noch im Sinne der Impfgegner ebenso wenig festgestellt, wie die Impfung. Was haben denn die Impfgegner ihrerseits zur wissenschaftlichen Begründung der Behaup- tung, die Impfung schütze nicht, gethan Wo hätten sie den Nachweis geführt, das einmalige ]3efallenwerden durch die Pocken schütze nicht fast absolut gegen die Wiedererkrankung? wo bewiesen, der Pilz, der aller Wahrscheinlichkeit nach die Blatternkrankheit errege, sei in der A'accine-Pustel ein anderer als bei den Blattern.' Wohl aber hätten die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22287437_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)