Experimentelle Untersuchungen zur Physiologie und Pathologie der Embolie, Transfusion und Blutmenge / von P.L. Panum.
- Peter Ludvig Panum
- Date:
- 1864
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Credit: Experimentelle Untersuchungen zur Physiologie und Pathologie der Embolie, Transfusion und Blutmenge / von P.L. Panum. Source: Wellcome Collection.
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![rothe Schicht. Der der Pleura parallele Durchmesser der Flecke betrug 4—6 Li- nien; auf senkrechten Durchschnitten sah man, dass sie ganz flach waren, indem sie in der Mitte nur — ]^ Linien dick waren und gegen den Rand hin immer dünner wurden. Zunächst der Oberfläche war Blut extravasirt und das Gewebe luftleer, gegen das umgebende gesunde Lungenparenchym hin wurde dasselbe aber immer lufthaltiger, üeberall, sowohl in diesen rothen Partien als anderswo, fanden sich viele, oft in Reihen geordnete Wachskügelchen. — Ausser diesen dunkelrothen Stellen fanden sich 6 — 8 verdichtete graubraune und entfärbte Stellen von ähnlichem Umfange, aber noch etwas flacher als die so eben beschriebenen, besonders im oberen Lappen der rechten Lunge. Auf feinen senkrechten Durch- schnitten dieser flachen Verdichtungen sah man, zunächst unter der Pleura, parallel geschichtete, kleine, geschwänzte Zellen, darunter eine roth gesprenkelte Schicht, in der sich, ausser den genannten kleinen spindelförmigen, viele grössere Zellen be- fanden, die mit grossem Kern und mehreren Ausläufern versehen waren; unter dieser Schicht lag eine dritte, die sich durch ihren Reichthum an Fettmolecülen, Fettaggregatkugeln und Körnchenzellen nebst cystoiden Körperchen auszeichnete, und endlich folgte eine vierte, an rothen Blutgefässen und Luft reiche Schicht, welche den Uebergang zum gesunden Lungengewebe bildete. In den beiden mittleren Schichten war überdies viel Pigment vorhanden, das oft ganz deutlich den Gefäss- wandungen adhärirte. Die Wachskügelchen waren besonders in der nächstuntersten Schicht angehäuft und oft von Pigmentablagerungen begleitet, zum Theil reihen- förmig geordnet. Das Pigment war in der Weise im Umfange der Wachskügelchen, oft deutlich in Gefässen eingeschlossen, angehäuft, dass die Ablagerung des Pigments offenbar von der Wachskügelchenembolie abhängig zu sein schien, obgleich an einigen Stellen auch Pigment ohne Wachskügelchen und Wachskügelchen ohne an- liegendes Pigment gesehen wurden. Neben dem Pigment fanden sich ziemlich zahl- reiche braune Körnchenzellen. Die Wachskügelchen waren oft von einer matt- weissen, hellen, concentrischen Bindegewebsschicht wie von einem Hofe umgeben. — Endlich fanden sich ausser den zwei besprochenen Formen auch einige weiss- lieh entfärbte, verdichtete, plattenförmige Stellen unter der Pleura, die nur etwas kleiner waren als die beschriebenen dunkelrothen und graubraunen Partien. Dieselben bestanden zunächst der Pleura aus einem verdichteten, luftleeren Binde- gewebe; darunter lagen Massen von Wachskügelchen von concentrisch gelagertem Bindegewebe umgeben, und neben und an denselben viel Pigment, Fettmolecüle und Fettaggregatkugeln nebst lufthaltigem Lungengewebe. Im Inneren der Lungen fanden sich keine verdichteten Partien, wohl aber viele Wachskügelchen im luft- haltigen Lungengewebe, vielfach von concentrischen Bindegewebskapseln eingeschlos- sen, jlie zum Theil, besonders an den grossen Kügelchen, stark pigmentirt waren. —■ Mehrere Bronchialdrüsen waren sehr stark pigmentirt, die Schleimhaut des Darmes war etwas geröthet, das Herzblut hatte eine starke Crusta phlogistica abgesetzt und röthete sich an der Luft. — Die übrigen Organe zeigten nichts Abnormes. Ausser diesen Versuchen wurden in mehreren anderen Fällen Wachskügelchen oder Krümel von getrocknetem Faserstoff und Käse](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20420675_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


