Pathology des Auges : Bericht über die Jahre 1895 und 1896 / von Th. Axenfeld und A. E. Fick.
- Axenfeld, Theodor.
- Date:
- 1898
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Credit: Pathology des Auges : Bericht über die Jahre 1895 und 1896 / von Th. Axenfeld und A. E. Fick. Source: Wellcome Collection.
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![Die Prognose ist bekanntlich sehr schlecht; Wintersteiner berechnet nur 13,7 /o Heilungen durch die Operation. Das Recidiv ist fast stets inoperabel, nur zweimal ist ein solches mit Erfolg entfernt. Zehnmal konnte bei doppelseitigem Sitz durch Enukleation beider Augen das Leben erhalten werden (Treacher Collins [21]). Uber den anatomischen Bau und den histologischen Befund der soeben skizzierten Krankheit stimmen die Beschreibungen in den meisten Punkten miteinander an und für sich überein. Sowohl Wintersteiner (24) in seiner grossen Monographie, wie Greef f (7) und van Duyse (3), Treacher Collins ([21, 22], S. 84), sowie Bocchi (1), Nattini (13), Schoebl (17) und ebenso die Mehrzahl der früheren Untersucher geben den 2. Bau des Tumors folgendermassen an: Die Geschwulst zeigt, freilich nur intrabulbär, eine eigentümlich dendritische, tubu- löse Struktur*), indem sich zahlreiche, gewundene Läppchen finden, die sich durch ihre Kernfärbung von der übrigen nicht färbbaren und degenerierten Geschwulstmasse lebhaft ab- heben. Diese Zellcylinder zeigen in ihrer Mitte regelmässig ein dünnwandiges Blutgefäss. Sie erklären sich teils in der Weise, dass nur in nächster Nähe dieser relativ wenig zahl- reichen, ernährenden Blutgefässe die Zellen am Leben bleiben, während sie in einiger Entfer- nung nekrotisieren, teils aber dadurch, dass, wie besonders Wintersteiner hervorhebt, in schon abgestorbene Teile neue Gefässe mit ihrem Mantel von Geschwulstzellen hineinwachsen. Auf letztere Weise erklärt sich die eigentümliche Erscheinung, dass die gut gefärbten Zell- mäntel sich vielfach ohne jeden allmählichen Übergang von der nekrotischen Umgebung abheben. Diese '■Zusammensetzung ist also die regelmässige und es ist nicht gerechtfertigt, nach dem mehr oder weniger starken Hervortreten der Zellschläuche besondere Unterabteilungen zu machen. Wohl aber ist es verständlich, dass für Rindfleisch u. A., von den Autoren der Berichtsjahre für van Duyse (3) und Nattini (13) der Gedanke nahegelegen hat, danach den Tumor als ein ,Angiosarkom oder doch als ein ,,Glio-Angiosarkom anzusehen; denn eine Ähnlichkeit mit dem Angiosarkom besteht unzweifelhaft. Die Zell formen, die sich finden, sind folgende: 1. Die Hauptmasse der an Stroma sehr armen, durch Karyokinese sich vermehrenden Ge- schwulst bilden 6—7^ breite Rund zellen mit grossem Kern und sehr spärlichem Protoplasma. In dichterem Gewebe, z.B. in der Sklera, ferner in den extrabulbären und metastatischen Knoten nehmen die Zellen vielfach eine mehr spindelförmige Form an, die früher besonders für die sar- komatöse Natur des Tumors angesprochen wurde. Die Ähnlichkeit der Hauptmasse der Geschwulstzellen mit den Körnern der Netzhaut ist schon fi-ühzeitig aufgefallen. 2. Die den Gefässen zunächst anliegenden Zellen sind meist cylindrisch, diese Cylinderzellen gehen dann allmählich in die eben beschriebenen rundlichen Formen über. 3. Es kommen, wenn auch viel weniger häufig, unzweifelhaft auch echte Ganglien- zellen vor: schon da Gama Pinto hat grosse, mit verästelten Ausläufern versehene Zellen isoliert und abgebildet. Durch die Untersuchungen von Greef f aber sind Ganglienzellen sicher nachgewiesen, und zwar unterscheidet er drei verschiedene Typen: a) Den riesigen Typus; es sind vielkantige, dicke Zellen, die oft das sechs- bis acht- fache Volumen der Spinnenzellen haben, mit vielen dichotomisch verzweigten Fortsätzen und einer über eine weite Fläche sich ausbreitenden Endverästelung; es entsprechen diese Zellen denjenigen, wie man sie in der Ganglienzellenschiclit der normalen Retina findet. 1) Sie unterscheidet sich schon hierdurch von den sonst vielfach zum Vergleich heran- gezogenen Hirngliomen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635286_0152.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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