Pathology des Auges : Bericht über die Jahre 1895 und 1896 / von Th. Axenfeld und A. E. Fick.
- Axenfeld, Theodor.
- Date:
- 1898
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Credit: Pathology des Auges : Bericht über die Jahre 1895 und 1896 / von Th. Axenfeld und A. E. Fick. Source: Wellcome Collection.
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![Wie Hertel berichtet, hat die Weigert sehe Neurogliafärbuug völlig versagt. Es würde jedoch, wie er richtig hervorhebt, falsch sein, wollte man hieraus irgend welchen Schluss gegen die gliomatöse Natur ziehen. Im Gegenteil wird dadurch die Unzulänglichkeit dieser für die Pathologie mit so grossen Hoffnungen begrüssten Methode nachgewiesen, da die Silbermethode die Anwesenheit zahlreicher Gliazellen sicher nachgewiesen hatte. — Die rein „sarkomatöse Auffassung der Geschwulst hat jedenfalls sehr an Boden verloren. Der von Wintersteiner betonte Ausgang der Geschwulst aus Zellen der äusseren Körnerschicht — den Kernen der Neuro- epithelien — würde natürlich den Namen Sarkom nicht zulassen, da hier keinerlei mesodermale Gebilde Hegen. Ebenso ist ein „Gliom ektodermalen Ursprungs und kein Sarkom, wie auch Treacher-Collins ([22], S. 84) her- vorhebt. Diejenigen Autoren, die von einem „Gliosarkom oder „Glioangio- sarkom etc. sprechen (vanDuyse, Nattini), müssten dann eine Misch- geschwulst teils epithelialer, teils mesodermaler Herkunft annehmen^). Die die Gefässe umgebenden Zellmäntel erinnern ja sehr an das „Angiosarkom, sind aber auch mit einem „Güom resp. „Neuroepitheliom vereinbar. Sicher nicht richtig aber ist es, wenn van Duyse die Rosetten ebenfalls als ganz junge, angiosarkomatöse Zellmäntel ansieht, die sich um Gefässprossen ent- wickeln: von solchen Gefässprossen ist in dem Lumen nichts zu sehen und ausserdem müsste man dann auch entsprechende Längsschnitte antreffen, was aber nirgends der Fall ist. Treacher Collins {[22], S. 84) spricht sich sehr bestimmt gegen die Bezeichnun Sarkom aus. Er liefert zunächst zwei allerdings stark schematische Abbildungen, aus dene hervorgehen soll, dass die Retina im vierten Fötalmonat aus denselben Zellen bestehen soll wie ein Glioma retinae. Diese morphologische Übereinstimmung mit der embryonalen Netz hautanlage und damit die epitheliale Natur wird nach Treacher-Collins unterstützt durc die klinische Erscheinung, dass das Gliom nicht wie das Sarkom in jedem Lebensalter, sonde fast nur bis zum sechsten Lebensjahr vorkam; ferner durch die Seltenheit von Metastasen in de Leber etc., während die Propagation in den Lymphwegen hervortritt; ferner durch die bei Sarkom nie beobachtete Doppelseitigkeit, den viel längeren Zeitraum, der nach der Enukleatio eines Sarkoms bis zum Hervortreten von Metastasen verstreichen kann. Histologisch seie die Gnomzellen ärmer an Protoplasma und mit kleinen Fortsätzen versehen, ihre Neigung z Degeneration sei viel grösser; niemals fände man Spindelzellen (für die extrabulbären Knote trifft das nicht zu, Ref.). - Eine entscheidende Bedeutung wird man dieser Darstelliin nicht zulegen dürfen, wohl aber faUen die genannten Punkte mit ins Gewicht. So ist die Frage nach der Pathogenese dieser seltsamen Geschwul noch nicht als völlig abgeschlossen zu betrachten. Sicher aber ist, dass durch die Untersuchungen besonders von Wintersteiner und von Gree in dieser Richtung erhebliche Fortschritte gemacht haben und dass die e theliale Abstammung der Geschwulst viel wahrscheinlicher geworden ist. 1) Die Ansicht von Bocchi (1), es seien die runden Zellen Lymphzellen und der Tum deshalb „Linfosarcoma perivascolare zu bezeichnen, erscheint ganz unbewiesen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635286_0156.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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