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Credit: Grundzüge der Irrenpflege für Studirende und Aerzte. Source: Wellcome Collection.
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![bräuchlichen Fenster für Isolirzimmer gestatten auch das Oeffiaen einzelner Scheiben, verlassen sich aber ganz auf die Unzerstörbarkeit der dicken Hartglas-Scheiben. An- dere verwenden zum Schutz der Scheiben ein innen an- gebrachtes Drahtnetz'). Die Bettstelle in den Zimmern für Unruhige bestehe aus sehr starkem Eichenholz mit sorgfältig abgerundeten Kanten und Ecken. Für die Allerunruhigsten braucht man jedoch Zimmer ohne Bettstatt, in denen also Stroh- säcke und Matratzen unmittelbar auf den Fussboden ge- legt werden. In einzelnen Irrenanstalten spielen die „festen Nacht- stühle eine grosse Rolle. Sie sind nicht nur überflüssig, sondern gradezu nachtheilig. In früheren Zeiten, als die Isolirung als ein Mittel galt, störende Kranke dauernd zu entfernen, musste man auf Mittel sinnen, die Einzelzimmer so einzurichten, dass die Kranken lange Zeit darin sein konnten, ohne dass man sich um sie zu kümmern brauchte. Jetzt geht man von der Voraussetzung aus, dass jede Isolirung bei Tage nur ein Nothbehelf ist, den man so selten wie möglich und nur kurze Zeit anwendet, dass ein isolirter Kranker unter beständiger Beobachtung stehen inuss und dass deshalb keinerlei Vorkehrungen wünschenswert!] sind, die dem Pflegepersonal die Ausserachtlassung des Kranken erleichtern. Es kann daher, wenn das Wartpersonal seine Pflicht thut, nicht vorkommen, dass ein isolirter Kranker nicht auf den Abort geführt wird, wenn er es verlangt, ') Peveling, Allgem. Zeitschrift für Psychiatrie. Bd. 52. S. 1035.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21003002_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)