Lehrbuch der Geburtshülfe / von Dr. R. Olshausen und Dr. J. Veit.
- Olshausen, Robert Michaelis von, 1835-1915.
- Date:
- 1899
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Credit: Lehrbuch der Geburtshülfe / von Dr. R. Olshausen und Dr. J. Veit. Source: Wellcome Collection.
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![blutige Ausscheidung aus dem Uterus von derselben ab- hängen lässt. Der Austritt des Eies aus dem Graafseihen Follikel führt dann zu einer uterinen Blutung, wenn die Befruchtung des Eies nicht zu Stande kommt. Dass alle 4 Wochen eine Reifung des Eies stattfindet, ist dann von den Functionen der trophischen Nervenfasern abhängig; ohne eine Regulirung von Oentralorganen aus kann man sieh nicht recht eine Vorstellung davon machen, warum gerade jedesmal nur ein Follikel zum Bersten kommt. Nimmt man aber an, dass diese Regulirung für das Ovarium besteht, so ist bei dem innigen Zusammenhange der uterinen und ovarialen Nerven der Eintritt der Blutung als eine Folge der Follikelruptur verständ- lich. An sich miisste demgemäss der Austritt des Eies stets vor der menstruellen Blutung erfolgen. Wäre diese An- nahme sicher bewiesen, so würde das Verständnis gewiss leichter sein. Vorläufig kann alter nach den sorgfältigen Untersuchungen Leopold's und Mironoff's nur angenommen werden, dass ungefähr zu derselben Zeit gewöhnlich Ovulation und Menstruation erfolgen, dass aber keines- wegs regelmässig die letztere der ersteren folgt, vielmehr findet man während der Blutung nicht selten den Follikel noch nicht geborsten. Wir sind daher vorläufig nur im Stande das ungefähre zeitliche Zusammentreffen und die regelmässige Abhängigkeit der Menstruation von der Ovulation als erwiesen anzusehen: eine sichere Theorie des Verhältnisses können wir noch nicht begründen. In früherer Zeit nahm man an, dass der Eintritt der Menstruation die Zeit der Geschlechtsreife insofern bezeichne, als von da an reife Eier im Ovarium vorhanden seien, dass aber die Ausstossung derselben aus dein Ovarium an die Ausführung der Cohabitation gebunden sei, dass also bei reinen Jungfrauen das ganze Leben hindurch kein Ei den Eierstock verlasse. Diese Ansicht wurde durch die Arbeiten von Gendrin1^ N6- fjr'n-r- . Pouchet, Raciborski und BiscTioff endgültig beseitigt. Sie wiesen nach, dass die Ausstossung der Eier aus dem Ovarium unabhängig von der Cohabitation vor sich gehe und im wesentlichen an die Zeit der Menstruation geknüpft sei. Das causale Verhältniss der Weiden Vorgänge zu einander war damit freilich noch nicht klargestellt. Dasselbe dachte man sich in verschiedener Weise Allgemein war früher die Annahme, dass die Menstruation die Zeit der grössten Blutfülle bezeichne und dass die Folge der periodisch er- folgenden Congestionen zu den Genitalien einerseits die Ruptur eines sprungfertigen Graafschen Follikels und andererseits eine Baemorrhagie der [Jterusschleimhaut sei. Diese Anschauung drückte am klarsten und 1 Tratte* philo-, de med. ls:'■'.». - - kecherches anal, et ]»h\>. sur lefl ovaires etc. 1840.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009351_0048.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


