Lehrbuch der Geburtshülfe / von Dr. R. Olshausen und Dr. J. Veit.
- Olshausen, Robert Michaelis von, 1835-1915.
- Date:
- 1899
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Credit: Lehrbuch der Geburtshülfe / von Dr. R. Olshausen und Dr. J. Veit. Source: Wellcome Collection.
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![Dterusabscbnitten besprechen wir bei der Lehre von der Placenta praevia. Auf die verschiedene Art der Insertion der Placenta wurde früher mehr Werth gelegt als jetzt. Gusserow, E.Martin, Schroeder und Bidder versuchten z. Th. nach Befunden bei Sectioncn, z. Th. an der Lebenden Bestimmungen hierüber zu machen, doch stimmen die Resultate nicht genau mit einander überein. Die Nabelschnur bildet einen verschieden (durchschnittlich etwa 50 cm) langen, ungefähr kleinfingerdicken Strang, der last immer gewunden ist, am häufigsten (vom Foetus aus gerechnet) in eine links-, seltener in eine rechtsgewundene Spirale. Die Ursache dieser Drehungen ist wohl in den Bewegungen der Frucht zu suchen1). Die Gefässc der Nabelschnur verlaufen mitunter in kurzen Win- dungen, durch die, zusammen mit vermehrter Anhäufung der Sülze, einzelne Wülste, sogenannte falsche Knoten gebildet werden. Wahre Knoten der Nabelschnur kommen ziemlich selten dadurch zu Stande, dass der sicli stark bewegende Foetus durch eine Schlinge der Nabel- schnur schlüpft und dieselbe allmählich zuzieht2). Die Insertion der Nabelschnur in die Placenta ist, wenn selten gerade, so doch meistens annähernd in der Mitte der Placenta — Insertio centralis —, häufig jedoch auch ziemlich nahe dem Rande Ins. marginalis. — In einzelnen Fällen setzt sie sich etwas viiin Rande der Placenta entfernt an die Eihäute selbst an — Ins. velamentosas) —, auf die Genese der letzteren Art werden wir unten eingehen. Der Foetus. In den einzelnen Monaten der Schwangerschaft. Literatur: Soemmering, [cones embr. hum. Francof. 1778. — Ecker, [cones phys. Leipzig 1851—1859. T. 25, 26 u. 27. — II eck er, Klinik der Geburtskunde. Leipzig L864. Bd. II. S. ±2. — A hl fehl. Ar- chiv f. Gyn. Bd. II. S. 361. — Eis, Anatomie menschlicher Embryonen. Leipzig L880. ]) S. übrigens Andreae, Nabelschnurwindung etc. D. i. Königsberg 1870. - Vergl. über die Nabelschnur Neugeoauer, Morphologie der menschlichen Nabelschnur. Breslau 1858; Simpson, Edinb. med. J. L859, .Juli, p.22; Kehrer, Beiträge etc. S.79; Koester, Ueber die feinere Structur der Nabelschnur. I». i. würzburg L868 und Hyrtl, Die Blutgefässe der menschlichen Nachgeburt. Wien L870. :; Statistik darüber von Abirosoff,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009351_0076.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


