Lehrbuch der Geburtshülfe / von Dr. R. Olshausen und Dr. J. Veit.
- Olshausen, Robert Michaelis von, 1835-1915.
- Date:
- 1899
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Geburtshülfe / von Dr. R. Olshausen und Dr. J. Veit. Source: Wellcome Collection.
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![miisste wegen der Löslichkeit der Antitoxine Bteta die [mmunisirung Foetus durch mütterliche Empfang erfolgen. Praktisch ist Ehrlich1] die- ser Frage in Thierexperimenten näher getreten, doch Bim die für den Menschen gelten, noch nicht erkannt worden. F Dass umgekehrt auch aus dem foetalen Organismi e in die Mutter übergehen, ist von Savory und Ghisserow durch \ giftung der Früchte mit Strychnin bewiesen worden. Die Quelle des Sauerstoffes ist ausschliesslich «las mütter- liche Blut, mit dem die Gefasse der Chorionzotten den Gasaustausch — die Athmung — bewirken. Pflüger macht mit Recht darauf aufmerksam, wie alles dafür spricht, dass der Foetus weit wenig Bewegung 'Wärme und Arbeitsleistung producirt und also auch weniger Sauerstoff verbraucht, als der extrauterin lebende Mensch2). In einem seiner Blutwärme ungefähr entsprechenden Medium - is pendirt, nimmt weder sein Dannkanal noch seine Lunge kalte, erst zu erwärmende Substanzen auf. giebt er weder durch Wärmestrahlung noch durch Wasserverdunstung von der Oberfläche Beines Körpers und seiner Lunge Wärme ab. Auch die von ihm geleistete Muskel- arbeit i-t unverhältnissmässig gering. Die aetiven Bewegungen sind in der Flüssigkeit, die fast gleiches speeifisches Gewicht mit seinem Körper hat. leicht auszuführen, die Thätigkeit der Respiration-- muskeln fehlt, und nur das Herz arbeitet kräftig. Dass aber eine Respiration, d. h. ein Verbrauch von Sauerstoff, dem Embryo wirk- lich zukommt, lässt sich schon daraus schlicssen. dass eine Unter- brechung des foetalen Kreislaufes, wenn nicht die Placenta durch die Lunge ersetzt wird, jedesmal zum Tode führt, und zwar in einer Zeit, in der der Mangel an Nahrung unmöglich letal werden kann. und da-- man in den Leichen der in Folge hiervon Gestorbenen die deutlichsten Merkmale des Erstickungs- resp. Ertrinkungstodes findet. Bewiesen wird es dadurch, da— der Foetus [nspirationsbe- wegungen macht. sobald -eine Oommunication mit der Placenta ab- _ - bnitten wird VesaZ), und umgekehrt der Geborene aufhört zu inspiriren, apnoisch wird, sobald ihm auf künstliche Weise Sauer- stoff zugeführt wird {Mayoto). Hieran- lässt sich schliessen, dass der Foetus inspirirt, sobald er Mangel an Sauerstoff hat. und dass ihm im intrauterinen Leben Sauerstoff durch die Placenta zu-«'führt J) Zeitschr. f. Hygiene IM. XII. s. 183. — - In besonders hohem Grade gill diea augenscheinlich für -ehr junge Früchte, die den Sauer- Btoffgehalt ihres Blutes nur -<> langsam verzehren, nachdem ihnen der Verkehr mit dem mütterlichen Blut abgeschnitt noch am Lehen bleiben 01shaus< ;i a rbacb der Gebartsb](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009351_0099.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


