Studien über Ätiologie und Pathogenese der spontanen Hirnblutungen / von Leopold Löwenfeld.
- Loewenfeld, Leopold, 1847-1924.
- Date:
- 1886
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Credit: Studien über Ätiologie und Pathogenese der spontanen Hirnblutungen / von Leopold Löwenfeld. Source: Wellcome Collection.
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![plexia cerebralis und Apoplexia meningea, fasste aber unter letzterer Bezeichnung keineswegs lediglich meningeale Blutergüsse, sondern noch verschiedene andere Erkrankungen der Hirnhäute (auch solche ohne Extravasat) zusammen. Grösseres Verdienst als durch diese alsbald ver- worfene Eintheilung erwarb sich Serres, indem er auf die Verschieden- heit der Symptome je nach dem Sitze des Blutextravasats hinwies und so den local-diagnostischen Untersuchungen die Bahn eröffnete. Aher- cromhie ^) sprach sich bezüglich der Quelle des Blutaustrittes dahin aus, dass derselbe in dem einen Falle durch unmittelbare Zerreissung eines bedeutenden Gefässes ohne vorhergegangene Störung des Kreislaufes zu Stande komme, im anderen Falle dagegen das Resultat eines „apoplek- tischen Zustandes (einer Kreislaufstörung im Gehirne) sei, ähnlich wie Blutspeien durch gehemmten Kreislauf in den Lungen entstehe. Im ersteren Falle handle es sich immer um grosse, im letzteren oft (doch nicht immer) um sehr kleine Blutmengen, beide Momente könnten übrigens bei einem und demselben Individuum gegeben sein, Abercronibie erwähnt ferner, dass es meist vergebens sei, den Riss in einzelnen Ge- fässen suchen zu wollen; im Allgemeinen müsse durch die Zerreissung der Hirnmasse eine grosse Anzahl von Gefässen geöffnet werden, daher der Anschein, als ob der Blut austritt aus mehreren Gefässen auf einmal stattgehabt hätte. Die secundäre Vermehrung des Extravasates durch die Wirkung des anwachsenden Blutergusses auf die umgebende Hirn- masse und die in dieser verlaufenden Gefässe wurde auch von Rokitansky ^) betont. In den letzten Decennien hat die Ausbildung der Lehre von der Pachymening. int, häm,, die genauere Bekanntschaft mit den Vor- gängen bei der sogenannten rothen Erweichung, endlich die Würdigung der Beziehungen der Hirnblutung zu verschiedenen anderen Gehirn- erkrankungen (Tumoren, Encephalitis etc.) und gewissen Allgemein- krankheiten (Scorbut, Leukämie, Pyämie etc.) allmälich zur Aussonderung jener Form von Gehirnhämorrhagie geführt, die wir heutzutage als spontane xar' iyfixi]v bezeichnen und gewiss mit Recht als eine eigen- artige Krankheit betrachten. Mit der Pathogenese und Aetiologie dieser Form werden wir uns im Folgenden zu beschäftigen haben. ') Abercroinhie, Ueber die Krankheiten des Gehirns nnd des Eückenmarkes. Deutsch von De Blois. Bonn 1821, S, 155, 157 u. f. ) Bokitanshy, Lehrbuch der pathologischen Anatomie. 3. Aufl. 2. Band, S, 450. 1856.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2121461x_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)