Untersuchungen zur vergleichenden anatomie der wirbelthiere / von Dr. Carl Gegenbaur.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1864-72
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Credit: Untersuchungen zur vergleichenden anatomie der wirbelthiere / von Dr. Carl Gegenbaur. Source: Wellcome Collection.
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![schwänzten Amphibien vier einzelne Stücke vorhanden sind. Eine höchst eigen- thümliche Verbindung geht das Fibulare bei Trionyx ein; wie aus der von Cuvier gegebenen Beschreibung und Abbildung sichtbar ist, verbindet es sich mit dem Tarsale 4 u.5, welche beide bei den übrigen Schildkröten ähnlich wie bei den Tri- tonen zu einem dem Cubo'ideum der Säugethiere entsprechenden Stücke vereinigt sind. P]s finden sich dem entsprechend in der zweiten Reihe, wie es scheint regel- mässig vier gesonderte Knochen, indem ausser dem am äusseren Fussrande liegen- den das Metatarsale IV und V tragenden Cubo'ideum (Taf. V. Figg, 1, 2, 3 G) noch die drei ersten Tarsalia mit den drei ersten Metatarsalia verbunden vorhan- den sind. Diese drei offenbar den Keilbeinen des Säugethierfusses homologen Stücke treten hier schon in bestimmteren, individualisirteren Formen auf, sind plantar stärker als dorsal, und beschreiben mit dem Cubo'ideum eine gegen die erste Reihe zu concave Linie, welche das Centrale, oder vielmehr den diesem entsprechenden Vorsprung des Astragalus (oder des Astragalo-Calcaneus) umfasst. Das Centrale kommt dadurch fast genau in die Mitte des Tarsus zu liegen und erweist sich in dieser Hinsicht dem der geschwänzten Amphibien gleich. Das das Centrale vom inneren Fussrande her begrenzende Tarsale1 (Cunei'forme I) zeigt bei Chelys nach der von Cuvier gegebenen Abbildung*) eine von den übrigen Cheloniern abwei- chende Lagerung, indem es mit den andern Tarsalien in gleicher Reihe gerade vor das Centrale tritt und letzteres gegen den inneren Fussrand zu frei lässt. Wenn wir, wie jetzt schon leicht ersichtlich, im Centrale das Naviculare oder Scapho'i- deum des Säugethiertarsus zu suchen haben, so ist das Verhältniss bei Chelys dess- halb von grosser Wichtigkeit, weil hier zum ersten Male das Centrale den inneren Tarsusrand erreicht, also aus seiner ursprünglichen in dem ihm von mir gegebenen Namen liegenden Beziehung heraustritt. Ob jedoch dieses auf Cuvier's Angaben hin gedeutete Verhalten wirklich bei Chelys sich findet, möchte ich desshalb noch in Frage ziehen, weil es sehr möglich erscheint, dass die zum grossen Theile knor- peligen ersten Tarsalien an dem von Cuvier untersuchten Objecte beim Eintrock- nen sich vom inneren Tarsusrand her zusammenzogen und dadurch dem Centrale jene Beziehung zum inneren Fussrand gestatteten. Die Beweglichkeit der einzelnen Stücke des Tarsus gegen einander wie gegen die nächst oberen und unteren Skelettheile ist eine andere als bei den Amphibien und es ist vor Allem die innige, straffe Verbindung der Knochen der ersten Reihe sowohl unter sich (wenn sie nicht wie bei Emys mit einander ver- schmolzen sind), wie auch mit den Knochen des Unterschenkels charakteristisch.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20425107_0084.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)