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Credit: Untersuchungen über die Myocarditis / von Hermann Stein. Source: Wellcome Collection.
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![vor fünf Monaten, doch litt er schon früher an starkem Herz- klopfen. Als der Knabe in das Spital kam, war sein Gesicht aufge- dunsen, die Lippen waren blau und sowohl die oberen als unleren Extremitäten ödematös; die Respiration sehr erschwert und die auf die Herzgegend gelegte Hand empfand ein unregelmässiges von einem eigenthümlichen Schwirren begleitetes Klopfen. Der Puls jedoch war wider Erwarten ordentlich, dagegen klein, schwach und leicht zu unierdrücken. Die Herzschläge waren anfallsweise sehr beschleunigt und begleitet von drohenden Erstickungsanfällen. Liegen konnte der Kranke nicht, er fidilte sich beim Aufsitzen oder noch mehr mit nach vorne übergebogenem Rumpfe erleich- tert. Die Urinsekretion war häufig und in hinreichender Quan- tität. Der Gebrauch von starken diurelischen und antispasmodi- schen Mitteln war von keinem Erfolge. Am 24. April hatte Patient einen Erslickungsanfall wie vor- her noch nie, und sein Leben sland in grosser Gefahr; doch ging er vorüber und es trat für einige Zeil ein Wohlbefinden ein, wie es schon seit längerer Zeit nicht dagewesen. Allein ba]d wurden die Symptome wieder drohender und der Kranke starb den 25. April nach 10—12stündigem Todeskampf, während dessen sein Körper mit kaltem Schweiss bedeckt war und ein gelber Schaum ihm vor dem Munde stand. Sektionsbefund: Lungen gesund, nur etwas schlaff. Im Herzbeutel etwas Flüssigkeit. Das Herz war beträcht- lich vergrösserl und schien eher einem grossen und kräftigen Manne als einem Knaben anzugehören. Seine Vorhöfe erweitert, sonst aber nicht verändert. Die Wand des rechten Ventrikels weiter als gewöhnlich. Die Kammerscheidewand war in der Dicke normal, zeigte aber da, wo die Lungenarterie entspringt, eine runde OePfnung, in welche man die Spitze des kleinen Fingers einbringen konnte. Diese Oeffnung communizirte mit dem linken Ventrikel, hatte](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993695_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)