Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt].
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1886
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Credit: Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt]. Source: Wellcome Collection.
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![lagert eine gelbgrauliche, durchscheinende, ziemlich leicht ausdrückbare Gallerte. Die innere Schicht ist aussen noch der genannten ähnlich, nach innen aber zu einer weichen, fetzig in den Sack hineinhängenden Pulpe zerfallen, die von dem 4 Pfund betragenden Höhleninhalt durchtränkt ist; letzterer besteht aus einer grünlichbraunen, dicklichen Flüssigkeit, welche eine reichliche Menge gelbröt- lichen Pulvers sedimentiert. Ein an einem bindegewebigen Strang hängender laubförmiger Anhang der Peritonäalkapsel zeigt, wie ähnliche Auswüchse an der vorderen Bauch- und hinteren Uteruswand, auf Oberfläche und Querschnitt die erwähnten gallertgefüllten Bindegewebshöhlen. Lobus Spigelii fast auf das Vierfache, Lobus quadratus fast aufs Doppelte vergrösseit; ersterer zeigt gallertgefüllte Blasen, letzterer dieselbe Struktur wie der linke Lappen. Ge- samtgewicht der Leber, nach Entleerung des Inhalts von 4 Pfund, = 15 Pfund 2 Lot Zollgewicht. In der Gallenblase blassgelbe Galle. Gallenblasenhals ver- längert, jedoch ebenso wie der Ductus cysticus, choledochus und hepaticus fast bis zur Porta hinauf bei glatter Schleimhaut und normalem Lpmen durch- gängig. Knapp unter der Porta ist die vordere Wand des Hepaticus etwas ein- gestülpt, weiterhin sind die Wände selbst in die Neubildung umgewandelt. Pfortader und Vena cava wenig, die Venen der vorderen Bauchwand ziemlich stark erweitert. Nach Gallertmassen in (rosenkranzförmigen) Lymphgefässen wird vergeblich gesucht. Lymphdrüsen der Lumbargegend geschwellt, hyperämisch. Milz auf das Dreifache vergrössert. Schleimhaut von Magen und Darm blass. Nieren derb, ikterisch; Uterus vergrössert. — Mikroskopisch zeigen die Tu- moren der Lunge, die laubförmigen Exkreszenzen der Leber und des Peritonäums im rechten, Spigelschen und viereckigen Lappen ein von BindegewebskörjDer- chen durchsetztes faseriges Bindegewebe als Wand der Höhlen. Die Gallerte bestand aus teils rundlichen, teils unregelmässigen Blasen mit zahlreichen Chitinschichten und einer Parenchymmembran, die von weitröhrigen Binde- gewebsnetzen, mit Hämatoidinkrystallen, geschichteten und ungeschichteten Kalkköi-perchen bedeckt war. Die meisten Blasen waren kollabiert, teilweise zu Detritus zerfallen, nur wenige trugen mit Hakenkränzen versehene Tänien- köpfe. In der vom Lebersacke eingeschlossenen Flüssigkeit mikroskopisch Gallenpigment, Hämatoidin- und Margarinkrystalle, chemisch Gallensäuren, Gallenpigment und Albumin. (Medizinische Jahrbücher, Bd. XIV [XXIII. Jahr- gang der Zeitschrift der k. k. Gesellschaft der Ärzte in Wien] pag. 18.) 24. Beobachtung. Fer^ol und Carri^re, 1867 und 1868. 45jähriger Posamentier (früher Bauer) aus Bayern (seit 13 Jahren in Paris). Krankheitsdauer im allgemeinen : 7 Monate (kein Ikterus). Resumi der Symptome: Früher nie krank, kein Potator, keine Lues. De- zember 1866 wegen Hustens und gi-osser Schwäche kurze Zeit im Hotel Dieu; bald darauf schwollen die Füsse an, 1 Monat später auch der Bauch, vor- übergehend Schmerz im rechten Hypochondrium. April 1867 in das Hospital Saint-Louis (Dr. Fereol), dort wegen Dyspnoe verursachenden Ascites zunächst zweimal punktiert. Status vom 8. Juni: Abmagerung; weder Sklera noch Haut zeigen ikterische Färbung, prononciert kachektischer Teint, einige Rassel- geräusche auf der Lunge, am Herzen nichts. In Bauchhöhle beträchtlicher Er- guss , subkutane Venen dilatiert. Leber überragt den Rippenbogenrand nicht, Vierordt, Abhandlung über den multilokularen Echinococcus. o](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28084846_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


