Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt].
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1886
Licence: Public Domain Mark
Credit: Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt]. Source: Wellcome Collection.
31/188 page 19
![fettige Substanz. Da und dort konzentrisch geschichtete Körper. Ganze Tiere ivurden nur in der Arteria hepatica gefunden, in der Vena cava einige verkalkte, viele sind ohne Hakenkranz; im eigentlichen Tumor nur isolierte Haken. Im Inhalt der grossen Höhle Margarinkrystalle, Cholestearintafeln, Fettkugeln, Hämatoidin- und Kalkkonkremente. In den Lungen dasselbe Verhalten wie in der Leber, nur schwarzes Lungenpigment statt Gallenpigment (Fig. 5). (Fereol, „Acephalocyste du foie et des poumons“. Kurze Mitteilung in Gazette des hopitaux, 1867, pag. 355. - Carriere, ,De la tumeur hydatique alveolaire ä echinocoques multiloculaire“, Paris 1868, pag. 103. Mit einer kolorierten Tafel.) [Der Fall ist kurz erwähnt von Lebert, Berliner klinische Wochenschrift, 1871, pag. 38. — Der vorliegenden Darstellung ist Carrieres Abhandlung zu Grunde gelegt.] 25. Beobachtung. Bosch, 1868. 30jähriger Apotheker aus Göppingen. Krankheitsdauer im allgemeinen: 19 Monate. do. vom Ikterus bis zum Tod: 15 Monate. ResumS der Symptome: Seit Oktober 1865 nach Einnahme eines Emeti- kums, wobei reichliche Gallenentleerung stattfand, Zeichen von chronischem Magenkatarrh, Abmagerung. Januar 1866 Steigerung der gastrischen Beschwer- den, Appetitlosigkeit, grosse Mattigkeit. 4. Februar: Ikterus. Harn dunkelbraun, Fäces farblos; binnen 14 Tagen verlor sich der Ikterus, die Leber blieb ver- grössert, am 12. März erneute, allmählich bis zu Melasikterus sich steigernde Gelbsucht, die bis zum Tode anhält. Leber besonders im rechten Lappen ver- grössert, schmerzlos, glatt; ziemliches Hautjucken. Fünfwöchentliche Bad- und Trinkkur in Karlsbad, die wenigstens Steigerung des Appetits herbeiführte. Juni: Ikterus ganz intensiv, Pityriasis der Haut. Leber noch grösser, in der Mamillarlinie von 5. Rippe bis zum Nabel reichend; Oberfläche glatt, fe,st; farb- lose Stühle, dunkler Harn; Hautjucken besteht fort und hört erst im November auf. In diesem Monat Bronchialkatarrh, zalilreiche Hautabscesse bis zu Hasel- nussgrösse. Im Dezember Nachtblindheit. Im Januar 1867 Besserung der Bron- chitis, dagegen unregelmässiger Blutabgang per anum (früher schon Nasenbluten); es wurde bis zu 1 — 2 Unzen entleert, war rein und unverändert, wie frisch ent- leert aus einer Hämorrhoidalvene. Februar von neuem Bronchitis, Milzschwellung nachgewiesen, abendliches Fieber. Leber, die noch mehr sich vergrössert hatte, zeigte grosse wellige Unebenheiten, war auf Druck gänzlich schmerzlos. Ende April stärkeres Fieber, Odem der unteren Extremitäten und des Skrotums. Anfang Mai Ascites, Erguss in beide Pleuren, Urinsekretion spärlich, Albu- minurie. Zum Schluss profuse Diarrhöen, Brand des Ski’otums, nächtliche Delirien, Tod 20. Mai 1867. Anatomischer Befund: Grosse Abmagerung, intensiv dunkle Färbung der Haut. Ödeme. Doppelseitiger Hydrothorax, an den Stimmbändern oberflächliche LTceration. Herzfleisch weich und brüchig. In der Bauchhöhle 3 Schoppen dunkelbrauner Flüssigkeit. Milz 28Va Unzen schwer. Leber wiegt 3,35 kg, grösste Breite 34 cm. Linker Lappen stark vergrössert, schlaff, weich, rechter Lappen in eine unregelmässig kugelige Geschwulst verwandelt, nur eine relativ schmale und sehr dünne Partie am vorderen und am rechten Rande nicht ein- begriffen; unter dieser aber sitzt Geschwulstmasse. Alveolenartiger Bau der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28084846_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


