Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt].
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1886
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Credit: Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt]. Source: Wellcome Collection.
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![stark gewölbt, keine Unebenheiten. Leber hochgradig vergrössert ; unterer Rand überragt die horizontale Nabellinie, ist scharflrantig und hart; die obere Leber- grenze eri’eicht in der Axillar- und Papillarlinie die 6. Rippe, hinten steht sie in der Höhe des 11. Brustwirhelfortsatzes, Oberfläche mit sehr deutlichen Un- ebenheiten, besonders in rechter Seitengegend, Milzdäinpfung vergrössert, Bauch- venen nicht besonders stark gefüllt, keine hydropischen Erscheinungen. Puls verlangsamt, Temperatur niedrig, Stühle aschgrau. Ui'in ikterisch, sehr eiweiss- reich, ohne Sedimente. Schmerzen in der Lebergegend gering. 9. Januar: Bedeu- tender Erguss im Abdomen. 12. Januar: Temperatur abends 39®, im Laufe des Tages tritt Unbesinnlicbkeit ein. 13. Januar: Viel Husten, dickes, rötliches Sputum. Dyspnoe. Temperatur 40,5. Puls 117. Gegen Abend sehr heftige Schmerzen in der Lebergegend. In der Nacht Apnoe, Lungenödem, Rasseln, Stertor und Tod. Anatomischer Befund: Herz ungemein schlaflF, durch und durch ikterisch gefärbt. Atherom der Aorta (wie auch einiger Gefässe an der Hirnbasis). Rechte Lunge: über dem Unterlappen eine ungeheure Menge subpleuraler Ekchymosen, im Mittellappen hämoiThagische Infarkte, alle drei Lappen öde- matös. Linke Lunge verhält sich ganz ähnlich. Magen- und Darmkanal nichts Besonderes. Abdominalaorta etwas atheromatös. Milz vergrössert, 14 cm lang, 8,5 cm breit. Konsistenz nicht vermehrt. Nieren von normaler Textur, ikterisch, hyjDerämisch. Leber enorm vergrössert, 32 cm breit, wovon 21 cm auf den rechten Lappen, der linke, seine Vergi-össerung ausgenommen, und ein nur sehr kleiner Teil des rechten erscheinen normal bräunlichgrün gefärbt, ihre Gallenkapillaren mit hräunlicher Galle erfüllt. Der rechte Lappen, besonders hinten, degeneriert; beim Einschneiden mehr als 1 Schoppen schmutzigrotbräunlicher, undurch- sichtiger Bi-ühe, der Inhalt einer grossen, unregelmässig geformten, mit buch- tigen Vorsprüngen versehenen Höhle; ziegel- und scharlachrote Pigmentnieder- schläge in der Flüssigkeit. Das umgebende Leberparenchym umgewandelt in eine derbe, gelbliche, mit zahlreichen kleinen, gaUerthaltigen Lücken durch- setzte Neubildung. Die Geschwulst nimmt ein die ganze Dicke des rechten Leberlappens, die Pforte, komprimiert die Leberarterie und die Gallengänge, weniger die Pfortader. Serx)sa des rechten Lajjpens verdickt; Gallenblase mit äusserst dunkler, grüner, eingedickter Galle prall erfüllt. — Mikroskopisch: Faseriges Bindegewebe, stellenweise mit Fettmolekülen durchsetzt. Kavernen von der Grösse mehrerer Millimeter bis zu mikroskopischer Kleinheit. Glashelle ge- schichtete Membranen; bei kleinen Blasen beerenartige Ausbuchtungen, also Ver- mehrung und Wachstum durch Sprossung. Nichts von Scoleces oder Häkchen in den Blasen. An einzelnen Stellen der Geschwulst Hämatoidinkrystalle. (ZüricherDissei’tation: „ÜberdiemultilokuläreulcerierendeEchinococcusgeschwulst in der Leber“, pag. 38.) [Bei diesem und einigen anderen Schweizer Fällen verdanke ich HeiTD Professor Eichhorst in Zürich ergänzende Mitteilungen.] 35. Beobachtung. Prougeansky, 1873. 58jähriger Tagelöhner in Hüntwangen (Kanton Zürich). Krankheitsdauer vom Ikterus bis zum Tod: 3 Monate. Resutne der Symptome: Ende Juni 1869 schnelleres Ermüden bei der Arbeit. Juli. Völle im Bauch, Epigastrium schmerzhaft bei Druck, Appetit gut. Von](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28084846_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


