Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt].
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1886
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Credit: Abhandlung über den multiokulären Echinococcus / [Hermann Vierordt]. Source: Wellcome Collection.
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![den scharfen Rand des linken Leberlappens hin zahlreiche Wurmblasen ein- gelagert“ (ScHÜPPEi.). (Württembergisches medizinisches Korrespondenzblatt, Bd. XLV pag. 198, „Echinococcus multilocularis hepatis exulcerans“.) 41. Beobachtung. Prevost, 1875. 44]ähriger Maurer. Krankheitsdauer im allgemeinen: ca. 1 Jahr. Resume der Symptome; Im Jahre 1873 mehi-ere Monate im Genfer Kantonal- sijital wegen eines chronischen Ikterus mit Vergrösserung der Leber aufgenommen. Wieder eingetreten 28. September 1874. Angeblich hatte sich sein Zustand ausserhalb des Spitals etwas gebessert und er konnte-eine Zeitlang als Maurer arbeiten. Der Status ergab: hochgradige Abmagerung und Kachexie, inten- siven, ins Grünliche stechenden Ikterus, Urin stark gallig gefärbt, Stuhl oft diarrhoisch, thonfarben. Die vergrösserte Leber überragt um reichlich Hand- breite den Rippenbogenrand, der Leberrand sehr hart und resistent. Druck auf die Lebergegend ist nicht schmerzhaft; hatte auch nie Schmerzen daselbst, während solche in der linken Seite behauptet werden. Geringer Ascites neben starkem Meteorismus. Colon transversum und Magen heben sich als gaserfüllte Wülste durch die Bauchwandung hindurch ab. Die Rektaluntersuchung ergiebt einen stark gedehnten Sphinkter. Milzdämpfung nicht abgrenzbar. Bezüglich der anderen Organe ist nichts Abweichendes zu bemerken. Der Kranke ist äusserst schwach, marantisch, Behandlung bestand neben Palliativis (gegen die Verdauungsstörungen) in Jodkali. Unter Zunahme des Ascites, des Ikterus, der eine olivengrüne Färbung annahm, Auftreten von Ödem der Beine und wach- sender Schwäche trat am 11. Oktober der Tod ein. Anatomischer Befund: In der Bauchhöhle reichliche citronengelbe Flüssig- keit. Magen und Darm durch Gas stark ausgedehnt, sonst nichts Bemerkens- wertes zeigend. Leber ist mit dem Zwerchfell und den benachbarten Darm- schlingen durch fibröse Stränge verwachsen (die während des Lebens beim Niederdrücken des Processus xiphoides Veranlassung zu einem eigentümlichen Reiben gaben). Eine fluktuierende Cyste nimmt den grössten Teil des rechten Lappens ein und erstreckt sich auch auf den Lobus Spigelii. Der linke Leber- lappen ist frei. Eine Punktion der Cyste liefert ungefähr 1 Liter bräunlicher, fadenziehender Flüssigkeit. Die Cyste erweist sich als eine grosse buchtige Höhle, deren Inneres mit Gallenfarbstoff inkrustiert ist. An einer Stelle eine grössere kugelige, V* cm im Durchmesser betragende Anhäufung einer roten korallenähnlichen Substanz von der Konsistenz des Bienenwachses. Die grosse Höhle zeigt Ähnlichkeit mit der von Duceluer beschriebenen (pag. 21). An den Grenzen der gi'ossen Cyste sind in das Gewebe kleine, transparente, kolloide Substanz enthaltende Cysten eingelagert; an mehreren Stellen sind diese Cysten in der Wand verdickt und mit Kalkmassen durchsetzt. Der vor- dere Leberrand ist besonders hart, schwer mit dem Messer zu schneiden, von weissgelblicher Fax-be, mit Kalkmassen inkrustiert und ebenfixlls kolloide Cystchen enthaltend. Auch die Cystenwand zeigt viele Kalkeinlagerungen. Im Innern der Höhle abgelöste Gewebefetzen neben der (envähnten) bräunlichen Flüssigkeit. Die Pfortader ist durch einen aus Kolloid- und Hakenmassen, sowie Fett bestehenden Pfropf verstopft und unterhalb desselben erweitert. Auch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28084846_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


