Die Suggestion und ihre Heilwirkung / von Dr. H. Bernheim ... autorisirte deutsche Ausgabe von Dr. Sigm. Freud.
- Hippolyte Bernheim
- Date:
- 1888
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Credit: Die Suggestion und ihre Heilwirkung / von Dr. H. Bernheim ... autorisirte deutsche Ausgabe von Dr. Sigm. Freud. Source: Wellcome Collection.
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![]^g Erwaelien. Diese haben die Suggestion in wachem Zustande angenommen, erinnern sich auch sofort an das, was sie gethan haben, und können sich nicht erklären, warum sie ihren Magnetiseur fixiren und ihm folgen mussteu. ilndere erinnern sich an nichts; wenn ein Hauch auf ihre Augen oder ein einfaches Wort den Zustand von Fascination aufgehoben hat, wissen sie nicht, was mit ihnen vorgefallen ist; sie sind mit offenen Augen somnambul gewesen. Man kann sie in diesem Zustande der somnambulen Fascination kataleptisch machen, ihnen Hallucinationeu eingeben u. s. ay. Dieselben Personen werden übrigens häufig kata- leptisch oder nehmen Hallucinationeu an, ohne vorher fascinirt gewesen zu sein in JFolge eines Wortes, einer Geberde oder einer Stellung, die man ihnen ertheilt. Die Fascination schafft also keineswegs einen besonderen Zustand, sie ist nichts Anderes als Hji^nose, d. h. gesteigerte Suggerirbarkeit, erzeugt durch eine Wirkung auf die Phantasie. Ob diese AVirkung durch das Auge, durch die Rede, durch das Getast oder auf eine andere Weise zu Stande kommt, der psychische Zustand, den man erreicht, ist immer derselbe, nämlich eine Steigerung der Suggerir- barkeit, die bei verschiedenen Personen verschieden gross ausfällt, und die Höhe derselben hängt weniger von der angewandten Methode als von der eigenthümlichen Reactionsfähigkeit der Person ab. Das Erwachen kann ein freiwilliges sein. Personen, welche bei der ersten Sitzung nur leicht schlafen, zeigen häufig eine Neigung, bald zu erwachen; man muss sie unter dem Zauber erhalten, indem man ihnen die Lider geschlossen hält oder ihnen von Zeit zu Zeit wiederholt: „Schlafen Sie! Aber sehr bald stellt sich die Gewöhnung an den Schlaf ein; der Hj^pnotisirte erwacht nicht mehr, so lange der Hypnotiseur in seiner Nähe ist. Es giebt Personen, welche wach werden, sobald sie die Nähe des Hypnotiseurs nicht mehr verspüren; die meisten aber schlafen, wenn man sie sich selbst überlässt, durch mehrere Minuten, bis zu einer und mehreren Stunden weiter. Einen meiner Kranken habe ich durch 15 Stunden, einen -anderen durch 18 Stunden im Schlafe belassen. Wenn ich ein rasches Erwachen herbeiführen will, bediene ich mich wie bei der Einschläferung der mündlichen Suggestion. Ich sage: ,,Jetzt ist's genug, wachen Sie auf! Diese Worte reichen bei bereits mehrmals hypnotisirten Personen, selbst wenn sie leise gesprochen werden, hin, um ein unmittelbares Erwachen zu veranlassen. Bei anderen Personen wird es nötliig, die Aufforderung zu wiederholen, etwa: „Jetzt gehen Ihre Augen auf, Sie sind wach. Wenn auch dies nicht wirkt, so braucht man nur ein- oder mehrmals auf die Augen zu hauchen, um den Schläfer zu wecken. Ich habe niemals andere Me- thoden, wie das Bespritzen mit kaltem AVasser, in Anwendung ziehen müssen; das Erwecken aus der Hypnose hat mir nie Schwierigkeiten bereitet. Das Erwachen aus der Hypnose nimmt sich oft höchst sonderbar aus. Ich habe einen Mann in tiefem Schlaf vor mir, wir wechseln Rede und Antwort; wenn er von Natur gerne spricht, kann es sein, dass er sich in ungehemmtem Redefluss ergeht. Mitten in seiner Rede sage ich plötzlich: ,.A^''achen Sie auf! Er öffnet die Augen und erinnert](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041684_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


