De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae.
- Dioscorides Pedanius, of Anazarbos.
- Date:
- 1906
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Credit: De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae. Source: Wellcome Collection.
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![starke Ubertreibungen vor, wie bei dem Fol. 408^ gemalten dQvivag 5} (oben hellblau, unten satt rosa). Fiir die Ober- seite herrscht indessen braun in allen Nuancen vor. Die Modellierung ist nicht hervorragend, aber immer verstandlich • dagegen findet die Schuppung der Oberseite keine Wiirdi- gung. Besser sind die Ringschuppen der Unterseite beobachtet und dargestellt. Wie wenig sich der Kiinstler mitunter um die grund- legenden Unterschiede kiimmerte, beweisen Darstellungen von verschiedenen, wiewol verwandten Tieren, die sich nur durch die Farbe unterscheiden. Man vergleiche beispielsweise auf Fol. 416^ das xvdveov mit dem auf Fol 417^ dargestellten acprjiuov. Beide sind in der Zeichnung kongruent, nur ist der erste blau, der letzte braun. Ebenso sind zwei ver- schiedene Skorpione (Fol. 419®) nur durch die — iibrigens falsche — Farbung unterschieden: der eine ist hochrot, der andere azurblau. Selbst bei bekannten und oft vorkommenden Tieren ist die Farbe erdacht. So bei der auf Fol. 423^ abgebildeten Galafidvdga, die braun gefarbt ist, in der Wirklichkeit aber schwarz und hellgelb gefleckt. Die willkiirliche, vielleicht im Aberglauben und in der sagenhaften Tradition begriindete Phantastik sieht man bei einigen Tieren auf den ersten Blick, wie z. B. auf Fol. 422^ beim acpi]l Auch beim Salamander kommt die aberglaubische Anschauung, dass er Feuer ausldsche, wenn er es durch- schreite, zum Ausdruck. Hinsichtlich der Technik wird man aber an die einleitenden Bilder einer-, und an die Pflanzenbilder der ersten Gruppe andererseits erinnert. Das Pigment ist pastos aufgetragen und mehrere Farben zeigen wieder das harzige Bindemittel. Die Farben sind, wenige Ausnahmen abgerechnet, lebhaft, hell und vorziiglich verteilt, sodass man den Eindruck erhiilt, der Maler sei mehr seinem kunstlerisch koloristischen Drange gefolgt und habe eher prachtige und bestechende Earben- akkorde zusammenstellen, ais naturrichtige Anschauungsbilder schaffen woUen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038368_0390.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


