De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae.
- Dioscorides Pedanius, of Anazarbos.
- Date:
- 1906
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Credit: De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae. Source: Wellcome Collection.
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![Diez bemerkt (p. 54): »H6chst eigenartig und interessant ist die Gesammtanlage des Dedikationsblattes. Ais Miniatur diirtte sie wol einzig dastehen.« Es ist richtig; bisher ist eine solche Miniatur nicht mehr nachgewiesen. Und doch muss diese Anlage einen historischen Riickhalt haben, wie Alles, was wir von unserem Kiinstler bisher kennen. Der Buchdeckel zeigt uns den Weg zum Formendepot, aus welchem er stammt. Es war Sitte — wenigstens seit Beginn des 5. Jahrhun- derts — bei Patriziatsverleihungen dem Neuernannten ein mit seinem Bildnisse geschmiicktes Elfenbeindiptychon, die '>Tild%eq iksfpuvTivca %sY.o6^)]n,ivca« sammt einem pmnkhatt eingebun- denen Ivodex, »oin' xmrliijccdtoij iyyoaj.iix£i'0ig iig xvnov rov rO|UOu« zu iiberreichen ^). Wie die Diptychontafeln, so war auch die weisse Raute auf dem Oberdeckel der Kodizilli mit dem Portriit des neuen Patriziers geschmiickt. Die Kodizilli in der Hand Julianas zeigen auf der weissen, zweifelsohne ais Elfen- bein anzusprechender Raute, noch Spuren einer Darstellung. Whe diese gewesen sein wird, kbnnen wir aus einer Abbil- dung in der um 400 n. Chr. neu redigierten Notitia dignitatum, wo sie einen Kopf zeigt, entnehmen Es ist gewiss kein Novum, aber auch kein Zufall, dass man im friihen Mittel- alter die Bucheinbande in Goldplatten fasste und ais dekorative Mittelteile Platten von Elfenbeindiptychen mit Vorliebe ver- wendete: das beruht auf der uralten Tradition der Kodizilli- einbande, die sich nicht auf diese allein beschriinkten, sondern ais Prunkdeckel auch auf audere, besonders kirchliche Bilcher, iibergingen; an Darstellungen, welche diesen Uber- gang bestatigen, fehlt es ja nicht •'*). Und noch mehr. Die Einteilung des Buchdeckels ist im 9. oder 10. Jahrhundert auf das Titelblatt iibergegangen und schmiickt ais Miniatur den Beginn der Kodizes Ganz so, wie im Mittelalter, ') Bei V. Premerstein, Anicia Juliana, p. I15. Ebenda auch die Abbildung. •') Vgl. oben, p. 433, Anm. 3 und p. 434, Anin. l — 3 wo solche Dar- stellungen angefuhrt sind; sie liessen sich sehr vermehren. ‘) Swarzenski, Die Regensburger Buchmalerei des X. u. XI. Jahr- hunderts, Taf. I, 3, 12, 14—16, 19—21, wo besonders charakteristische](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038368_0441.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


