De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae.
- Dioscorides Pedanius, of Anazarbos.
- Date:
- 1906
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Credit: De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae. Source: Wellcome Collection.
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![Wirklichkeit wiedergegeben« habe, ab. Ebensowenig ist eine selbststandige Kiinstlerhand anzunehmen, in dem Sinne namlich, ais ob wir es mit Originalen eines Kiinstlers zu tun hatten. Wenn schon die beiden Handschriften, der K und N, durch ihre Ubereinstimmung den positiven Nachweis erbrin- gen, dass sie von einer Vorlage abstammen, bekraftigt dies in negativer Weiser der Pariser Dioskurides n. 2179, der allerdings erst dem 10. Jahrhundert angehort, aber nach alteren Mustem kopiert wurde. Er enthalt 402 Pflanzen, ist aber unvollstandig. Hier war die Vorlage ganz anders; die Pflanzenformen stimmen nicht mit den unsrigen und erscheinen mitunter, ganz ahnlich wie die Koralle des K, in Verbindung mit menschlichen Figuren; der Bliitenstand der loyiuLq zeigt menschliche Gesichtsformen '). Das ist also ein Archetyp, von dem unsere beiden Handschriften nicht abstammen kbnnen. Die Flachheit der Kopien, die schon oben beriihrt wurde, hat aber noch einen weiteren Grund, ais die Degenerierung der Vorlage durch einen minder befahigten Kopisten. Auch darin liegt ein Stilgefiihl, das noch unklar sich aussert, aber dennoch besteht; es ist der Einfluss des Orients, der Beginn des Processes, dessen Endresultat das Flachornament ist* Auch hier kbnnen nicht alie Falle des K behandelt werden, es gabe deren zu viel; nur auf sechs solche mbchte ich auf- merksam machen. Man nehme z. B. im K (fol. 89^) die Foyyvhj und betrachte die ganz schematischen und charakteristischen Einrollungen der Blattlappen an der Basis; man sehe sich den streng symmetrischen Aufbau bei 'Pacpavog (Fol. 284®), £TQau6r}]g {2,21^), 2^i]Oa/xo(i6eg ro Xevnov (325*^)5 Tsvxqlov (343*^) Und TqitioXlov (345^) an und halte sie mit mittelalterlichen orientalischen, beson- ders arabischen Miniaturen zusammen. Der arabische Kodex A. F. IO der Wiener Hofbibliothek bietet mehrere treffliche *) Bordier, Descriptiori, p. 93.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038368_0476.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


