De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae.
- Dioscorides Pedanius, of Anazarbos.
- Date:
- 1906
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Credit: De codicis Dioscuridei Aniciae Julianae, nunc Vindobonensis Med. Gr. I : historia, forma, scriptura, picturis / moderante Josepho de Karabacek ; scripserunt Antonius de Premerstein, Carolus Wessely, Josephus Mantuani. Accedunt tabulae tres lithographical et figurae sex textui insertae. Source: Wellcome Collection.
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![Beobachtung zu Teii vvurde, schon deshalb, weil er in der Regel weniger Anforderungen an den Koloristen ais an den Zeichner stellte Die Szenen auf hellenistischen Reliefs, auf den Wand- gemaklen der pompejanischen Hiiuser und der Katakomben- kapellen, auf Mosaiken der antiken Pavimente und der christlichen Basilikenwiinde, in den Miniaturen, besonders der Wiener Genesis, wo Tiere mitverwendet sind, haben eine ganz andere Angabe, ais bestimmte Tiere zii dem Zvvecke darzustellen, um das Erkennen eines lebenden Exemplares zu ermoglichen. Sie setzen diese Kenntnis voraus und verlangen vom Beschauer, dass er sich das Fehlende, das zu kunstlerischen ZvveckenUnbrauchbare und Unterdriickte aus eigener Erfahrung ergiinze. Ganz anders unsere Bilder; sie wollen das lebende Tier behufs richtiger Vorstellung durch das Bild ersetzen. Es kommt dem Kiinstler, wenigstens ideell, nur darauf an, das Tier in Eorm und PArbe vorzufiihren, nicht dessen Lebens- iiusserungen zu schildern. Die wilden Tiere auf pompejanischen Jagdbildern, die Vogel auf den Katakornbenwanden, die Tauben auf dem beriihmten Taubenmosaik — sie leben alie, sie bewegen sich, sie suchen Nahrung und wehren sich, sie sind einem grosseren Kunstgedanken eingeordnet, wahrend sie hier fiir sich allein stehen. Deshalb auch die Darstellung in Ruhe, welche freilich auch leicht zur Erstarrung fiihrt, besonders wenn das Bild ofter durch Kopistenhiinde geht. Und unsere Bilder sind nicht mehr frei von diesem kunsttbdtlichen Keime. Unser Kodex ist von dem 13. Jahrhundert an vielfach kopiert worden; v. Premerstein hat 22 noch erhaltene Kopien nachgewiesen ^), von denen wenigstens 13 illustriert sind. Proben von diesen Illustrationen aus unserem K, Parisinus 2183, Athous und Bononiensis bringt Wellmann in seinem Krateuas. ') Oben^ p. 164 ff. Abh. der Kgl. Ges. der Wissenschaften zu Gottingen, ph.-hist.-Kl . N. F. II., Taf. I (uwti) und 2 (tu/pug atecpavaaariKi]).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038368_0478.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


