Ueber die Poliomyelitis acuta samt einem Beitrag zur Neuronophagienfrage / von Gunnar Forssner und Einar Sjövall.
- Forssner, Gunnar.
- Date:
- [1906?]
Licence: In copyright
Credit: Ueber die Poliomyelitis acuta samt einem Beitrag zur Neuronophagienfrage / von Gunnar Forssner und Einar Sjövall. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
16/36 (page 14)
![u FORSSNI-:k II. S.lnVAMy. Iicrdc angetrolTen und können überdies zufügen, dass wir imstande gewesen sind, dem neuronophagischen Prozess vom Anfang bis zum b]nde zu folgen, ohne an irgend einem Stadium eine Abhängigkeit der Rundzellen in den Neuronopbagien von den Gefässinliltraten spüren zu können; im Gegenteil haben wir nicht selten Kapillaren von ganz normalem Aussehen gefunden, welche in unmittelbarer Nähe der Neuronophagien lagen — in sie hinein drangen sie wie gesagt aber niemals. Die Pigg. 7—11 sowie die bei 300 maliger Vergrösserung auf- genommenen Mikrophotographien Figg. 2—4 geben nun weiter auch die verschiedenen Stadien der Neuronophagien wieder. Die Fig. 7, nach einem mit Toluidinblau-Erythrosin gefärbten Präparat gezeichnet, zeigt das früheste Stadium, welches indessen nur spärlich vorkommt. Die Ganglienzelle tritt nur schwach aber doch ganz deutlich hervor; am Schnitte ist sie diffus rosa gefärbt, von der Tigroidsubstanz sieht man nur undeutliche Spuren und es handelt sich also um eine totale Achromatose. Zum grössten Teile ist das Plasma noch von Rundzellen frei, aber an der Grenze zu einem Zellenfortsatze hat die Invasion von solchen eben begonnen. Die Figg. 8—11 sind nach mit Eisenhämatoxylin-Erythrosin gefärbten Präparaten gezeichnet. Die Fig. 8 repräsentiert ein etwas weiter vorgeschrittenes Stadium. Das Plasma der Ganglienzelle ebenso wie ihre Konturen treten noch ganz deutlich hervor, es wird aber von allen Seiten von Rundzellen durchsetzt, die jedoch noch nicht genügend zahlreich sind, um das Plasma auszufüllen. Die eindrängenden Rund- zellen zeigen dunkelgefärbte, langgezogene, dünne und unregelmässig geformte Kerne, ihr Plasma ist immer spärlich, oft nur undeutlich oder garnicht zu sehen, und sie liegen immer in direkter Berührung mit dem Ganglienzellenplasma ohne irgend einen Zwischenraum. In Fig. 9 ist die Szene wieder verändert worden. Das braungefärbte Nervenzellplasma ist noch sichtbar, aber die Rundzellen haben an Zahl zugenommen und füllen das Plasma beinahe vollständig aus. Gleichzeitig beginnen die peripherisch belegenen Zellen sich von der Ganglienzelle gewissermassen abzulösen und zeigen einen reichlichen Plasmahof um den Kern herum. Wo der Prozess noch weiter vorgerückt ist, ist dieses Ablösen noch deutlicher und immer mehrere Rundzellen bekommen ein reichliches Plasma; die letzten Ueberbleibsel der toten Ganglienzellen verschwinden und bald liegen die Rundzellen nur locker zusammengefügt da; siehe Fig. 10. Zuletzt wandern sie rund und voluminös in die Umgebung hinaus und die Lücke nach der toten Ganglicnzellc fällt immer mehr zu- sammen, siehe big. 11. Man beobachte auch die Figg. 2—4, welche, wie erwähnt, ebenfalls den jetzt geschilderten Vorgang wiedergeben. In den Rundzellen beobachtet man, wenn ihr Plasma voluminöser geworden ist, ziemlich reichlich runde ungefärbte Partien, welche mit Alkohol ausgclöstcn Fettkörnern sehr ähnlich sind (Fig. 13a—c). Das Marchipräparat legt nur dar, dass cs sich wirklich um solche handelt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22428999_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)