Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer.
- Adolf Mayer
- Date:
- 1882
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Credit: Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer. Source: Wellcome Collection.
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![oder abfpaltcndcn Körper bildet, wovon indeffen zwei Moleküle fic]i untereinander felber zerfetzen, fodaß als kkidrefultat die Säure intakt bleibt. Im llrengen Sinn des AVorts kann lie freilich nicht intakt bleiben, denn lie muß ja AValfer abgeben oder anzielien; aber he bleibt es wenigftens als Säure, wenn auch nicht hinfichtlich der Hydrati- fationsftufe. So whkt bekanntlich concentrirte Schwefelfäure bei der Aetherbil- dung aus Alkohol, bei der Eiterbildung aus Alkohol und Säuren. Sehr verdünnte Säure, die keine fein* große Anziehungskraft zu Waffer mehr beßtzt, wirkt häufig im umgekehrten Sinne; und es ilt wohl fehr wahr- fcheinlich, daß fie und andere Säuren auch auf diefe Weife bei der In- ter vertirung der Kohlehydrate wirken, indem ja die Kohlehydrate alko- holifche Körper find, die fich mit Säuren verbinden können. Mehrere A^erbindungen ftärkerer Säuren mit den Zuckern find auch wirklich dargeftellt. Ich finde es keinen fehr glücklichen Gedanken von C. v. Nägeli, wenn er auch der AA^irkung von Säuren auf Kohlehydrate einen Platz in feiner im Uebrigen fo tieffinnigen Fermenttheorie anweift, wenigftens fo lange in einer folclien von molekularen Stößen und dergl. die Rede ift. AVir eröffnen damit für eine jede zur Zeit räthfelhafte chemifche Reaktion einer fehr bequemen Scheinerklärung Thür und Thor und fchwächen den Gei ft geduldiger chemifcher Forfchung. Ebenfowenig finde ich es erfprießlich, wenn man fich anlangend alle möglichen fermentartigen Wirkungen mit dem Satze von einer Re- fultante verfchiedener Anziehungskräfte begnügt und das eine Ferment- theorie nennt ^). Müffen wir auch vielleicht mit der Erklärung der AVirkung der chemifchen Fermente auf das Gebiet der Phyfiologie zurückkehren, indem wir den A^ergleichungspunkt in der Aktionsweife des lebenden Protoplasmas fuchen, fo liegt doch nicht der mindefte Grund vor, den gleichen salto mortale für die Wirkung der Säuren auf die Kohlehydrate zu thun. AA^eit entfernt davon, daß hier die rein chemifche Erklärung abgefclmitten wäre, liegt diefe vielmehr beinahe auf der Hand. AA^ohl aber liegt es umgekehrt fehr nahe, die Fermentwirkung analog der Schwefelfäurewirkung aufzufaffen. Ja wir find zu diefem Verfuche ver- *) Ich ziele hiermit auf die Hüfner’fche Theorie, die, wenn lie zulalhg wäre, eine viel allgemeinere Anwendung in der Chemie belitzen müßte, als wofür ße ur- fprünglich erdichtet wurde. Mayer, Lehre von den ehern. Fermenten. 8](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28091358_0127.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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