Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer.
- Adolf Mayer
- Date:
- 1882
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Credit: Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer. Source: Wellcome Collection.
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![Lai) völlige Coaguliruiig zeigte, wurde min wieder in zugelclnnolzcMien Köhren einige Stunden lang auf 130*’ erhitzt. ])ahei ti'at Coagulation ein^), die etwa der A.blcheidung von Eiweiß aus einer Lötung von Hühnereiweiß glich; die ßraunfärhung aber unterblieb“). Dies Coagulat war nicht mehr auflöslich in Kalkwaller und einer Lötung von neutralem phosphorfauren Natron, worin Cafein (durch Säuren ausgefchieden) leicht löslich ift und Käfe (durch Lab ausge- fchieden) fcliAver löslich ift. Es war alfo durch das Erhitzen auf 130*’ das Refultat der Labgeriimung noch übertrotfen. Aber man kann wohl tagen, daß die Wirkung in der gleichen Richtung geht, zumal wenn man erwägt, daß nach Danilewsky u. Radenhaufen^) die Labwir- kung in einer Ueberführung des reinen Cafenis (Cafeoprotalbftoffe) in Albumin (Cafeoalbumin) befteht. Man darf alfo wohl den Schluß machen, daß in diefem Falle die Fer- inentwirkung etwas Aehnliches leiftet, was auch durch höhere Temperatur erzielt werden kann^). Merkwürdig erfcheint nur bei Berückfichtigung 0 Eine Beflätigung diefer Tliatfaclie bei Hammarffcen: Zar Kenntniß des Cafeins, S. 12. ‘^) Die überftehende Flüiligkeit, die eine fchwach faure Reaktion angenommen hatte, gab keine Gerinnung mehr mit Lab. Vergl. Forfchiingen auf dem Gebiete der Viehhaltung, Heft 9. b Bei diefer Gelegenheit wurden einige der Verfuche wiederholt, die ich früher mit Kunftmilch angettellt und in der Milchzeitung (1881, Nr. 2) befchrieben habe. Das Refultat diefer Verfuche ift gewefen, daß auch Kunftmilch bei etwa 75° eine Verän- derung erleidet, wodurch ihre Gerinnungsfähigkeit mit Lab verloren geht. Ich habe diesmal kleine Portionen von Kunftmilch in Reagirgläfern, welche in einem gemein- fchaftlichen Wafferbade ßch befanden, langfam erwärmt und je bei den folgenden Temperaturen eine der Portionen herausgenommen. 65 70 o, 750^ 80°, 85®. Nach der Abkühlung auf 35® wurden iie alle mit Mengen eines I.iabextrakts verfetzt, welche nach der Berechnung ausreichen mußten nach wenigen Minuten eine Ge- rinnung einzuleiten. Das Refultat diefer Verfuchsreihe war: Kunftmilch zuvor erhitzt auf; Gerinnungsdauer. 65® 8 Minuten. 70® 8 » 75® gerinnt nur theilweife. 80® nach Stunden noch unvollftändiger. 85® gerinnt nicht. Die Erklärung diefer fchon früher l)efprochenen Erfcheinung kann nur daiin gefucht werden, daß die albuminartigen Beftandtlieile der gewöhnlichen Milch, die in größerem Verhältniffe in derfelben Vorkommen, als man früher glaubte, bei der gewöhnlichen Eiweißgerinnungstemperatur eine N'eränderung eileiden, welclu^ Ile zwar (in ihrer innigen Vermifchung mit dem Cafein) nicht zur fichtbaren Ausfehei- dung bringt, aber doch bewirkt, daß fie die Salze an fich reißen, die bei jeder Albu-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28091358_0131.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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