Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer.
- Adolf Mayer
- Date:
- 1882
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Credit: Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer. Source: Wellcome Collection.
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![Vcrfuclisrcilie 85. Stärkemehl von Kartoffeln wurde bei den unten angeijjel )encn Tem- peratnren mehrere Stnnden lang mit einem Ueheidchnffe von Waller erhitzt nnd dabei die folgenden Refnltate erhalten: Jodreaktion . . . AggregaUuäand . Dextrofe-Beaktion . Mit Barfoed-Bea- gcns Mit Alkohol . . . Erhitzt auf 140°, Stark blau . . . In der Kälte nach und nach wieder kleifterbildend. Keine auf 160—165°, Stark blau . . . In der Kälte nach und nach wieder dickflüllig. Sehr fchwachc . auf 170°. Purjnirroth. Bleil)t leichtflüllio'. Starke. Reaktion. Reaktion .... Reaktion . . In allen Fällen weißer Niederfchlag. Gähnmg Gährungsfähig. Bminifärbung . . Nicht Wenig Etwas braun und einige Hunius- flocken ausgefchie- den. In Folge der Gährung bei der auf 170^ erhitzten Partie wurde innerhalb einiger Tage 0.3®/o Alkohol gebildet, während die doppelte Quantität Hefe mit unverändertem Stärkekleifter wohl etwas Kohlen- fäure entwickelte, gebildeter Alkohol aber nicht nachzuweifen war. Das Refultat ift alfo fehr deutlich^). Unmittelbar vor der Tem- p Ich habe fpäter gefunden, daß fchon von Hoppe-Sey 1er angegeben wird, daß der Zerfall von Stärkemehl in der Weife, wie er für die dialtatifchen Fer- mente charakteriltifch ift, bei 170° im zugefchmolzenen Rohre erfolge, doch mit dem Zufatze «unter fchnellem weiteren Zerfall bei Bildung von Brenzkatechin». Her obige Verfuch zeigt, daß die erftere Reaktion doch quantitativ beftimmbare N'erhält- nifle annehmen kann. — Dagegen hat Soxleth die gleiche Beobachtung gemacht, gibt derfelben aber eine andere Deutung. Derfelbe fand nämlich, daß das Stärke- mehl des Handels häufig kleine Mengen von Säure (Milchfäure oder dergl.) enthält Diefe Säure konnte an dem Prozeß der Intervertirung betheiligt fein. Er fuchte daher die Säure durch vorausgehende Präparirung des Stärkemehls zu befeitigen, fand aber auch nach deren Befeitigung noch eine wiewohl fchwächere Zuckerbildung bei höherer Temperatur im zugefchmolzenen Rohre. Ich glaube nun, es gibt Zeug- niß von einer gewifien Voreingenommenheit, wenn aus diefem Verfuchsrefultat ge- fchlolTen wird, daß diefe Zuckerbildung noch von Reften nicht befeitigter Säure her- rühre, anftatt zu fchließen, daß Säure, wie wir feit lange wilTen, den Prozeß zwar befchleunige, aber daß derfelbe auch bei Abwefenheit von Säure lieh wiewohl viel langfamer vollziehe. — Das Stärkemehl, das von mir zu dem befchriebenen \erfuche benutzt wurde, zeigte nur eine äiißerft fchwach faure Reaktion. Daß diefe S])ur Säure relativ unbetheiligt war, ergibt lieh wohl daraus, daß lie in dem Verfuche bei 140° nichts zu leiften vermochte, während doch bekanntermaßen Säure fchon bei viel nied- rigeren Temperaturen Wirkung zeigt und diefe letztere nur bei Anfteigen der Tem- peratur entfprechend gefteigert wird.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28091358_0133.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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