Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer.
- Adolf Mayer
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Lehre von den chemischen Fermenten oder Enzymologie : auf Grund von vorhandenen und eigenen Versuchen / von Adolf Mayer. Source: Wellcome Collection.
137/144 page 123
![eiiiein im Uebngeii chemircli reclit vorrchicdcnon Stulib aurgurpciclicrt tindet, wälirend bei eliemirelieii Agentieii l)ald ein gewdles Optimum, das gewülmlieli dureli das Geletz der Aeipiivalenz gegeben itt, erreicht wird, ül)er welehes hinaus die Vermehrung des wirklamen Htufts wenig mehr nützt. ^lan vergieiclie in dieter Richtung die in der Anmerkung mitgetheilten Verlüche und Benierkungeii anlangend Pei)lin und Salztaure bei <leni ^erdauungsprozel^e^). Uns lind allerdings eine Reihe von chemirchen Reaktionen bekannt, deren Relultat mehr oder Aveniger mit der Zeit proportional ift, aber nicht mit der Zeit der Anwereiiheit irgend eines chemilchen Agens, ibndern mit der der Mitwirkung einer äußeren Kraft. So wirkt das Licht bei der Photographie, auf das Chlorknallgas, auf das grüne Proto})lasma proportional der Zeit, oder die Einheit Licht hat die doppelte Zeit nöthig um den gleichen Effekt zu leifteii wie die doppelte Menge Licht. Ganz ebenfo der Effekt des galvanifcheii Stroms. b N'eiTuclie mit l^eplin und zwar anlangeiid die optimale IMenge von JSalzfäure geben noch VeranlaÜung zu dem folgenden Yergleichimgspunkte: Aus meinen VeiTuchen in diefer Ivichtung geht hervor, daß 2 ^/oo Salzfäure un- gefähr das Optimmn bezeichnen. Es ift wohl beachtenswerth, daß es anlangend den f^alzfäiirezufatz viel genauer auf einen beflimmten Gehalt ankommt als in Bezug auf den Bepßngehalt. Diefer kann, wie in Yerfuchsreihe 3 gezeigt Avorden ift, um das Doppelte A'ariiren, ohne daß der YerdauungsAmrgang im gleichen, Maße alterirt Avird. Bei der Salzfäure kann die Yermehrung oder Yerminderung im YerhältnilTe wie 2 : 1 den Effekt in einem Adel größeren Yerhältniffe umändern (vergl. Yerfuch 1 und 3 der 7. Yerfuchsreihe, oder Verfuch 2 und 3 der 8. Yerfuchsreihe: Zeitfehrift für Biologie a. a. O.). Salzfäure fpielt darum eine ganz andere Rolle bei der Yerdauung als Pepfin, ich möchte lagen, mehr die einer unerläßlichen Yerdauungsbedingung, denn einer Urfache der V^erdauung. Denn zwifchen Urfache und Wirkung find Avir gewohnt, nicht bloß den geAvöhnlichen qualitativen Caufalnexus des Nacheinander oder Mit- einander zu fehen, fondern auch eine Uebereinflinnnung dem Grade nach, fo daß Avir z. B. beim fog. Ailimilationsprozeffe eine geAviffe Temperatur und Anwefenheit Amn Kohlenfäure Aflhnilationsbedingungen, das Licht aber die Aflhnilationsurfache nennen können. In diefein Sinne find die Fermente Urfachen der Eeiinenterfchei- nungen. Im Allgemeinen, und lind die übrigen Bedingungen erfüllt, findet Propor- tionalität ftatt zwifchen Menge von Ferment und Umfang des EermentprozelTes. Bei der t'erdauung ift das Verhältniß abgefchAvächt durch die liefchi-änkte Anzahl Amn Angriffspunkten bei einem ungelöften Stoffe. Das umgekehrte Yerhältniß oder gar eine Beeinträchtigung des Prozefles durch Yermehrung der Avirkenden Subftanz, Avie eben bei der Salzfäure conftatirt, hat mit einer derartigen Wirkung keinerlei üebereinftimmung. Wir fpreclien daher Ijeffer nicht von einer A^ereinigten AVirkung des Pei)fins und der Salzfäure, fondern Amn der AVirkung atjh Pepfin auf EiAA eißffoffe, die einer Flüffig- keit von ungefähr 2*^/oo Salzfäure lüs])endirt lind.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28091358_0137.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image