Lehrbuch der Krankheiten der weiblichen Sexualorgane / von F.W. von Scanzoni.
- Date:
- 1863
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Credit: Lehrbuch der Krankheiten der weiblichen Sexualorgane / von F.W. von Scanzoni. Source: Wellcome Collection.
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![dass die Geschwulst vollkommen dem Messer zugänglich wird. Wäh- rend nun der Gehilfe den einen Wundrand von dem andern abzieht, fasst der Operateur die Geschwulst selbst mit den Fingern der lin- ken Hand und trennt sie, von unten nach aufwtrts dringend, voll- ständig los, worauf alle etwa zurückbleibenden Tlieile des kranken Gewebes mit dem Messer oder mit einer gekrümmten Scheere sorg- fältig zu entfernen sind. — Bei der Amputation der ganzen Brust und bei der Exstirpation sehr grosser Geschwülste ist es räthlich, bis auf den Brustmuskel zu dringen und den zu entfernenden Theil in von unten nach oben gerichteten Zügen loszupräpariren. Würde man hierbei gewahr, dass auch einzelne Muskelpartieen erkrankt sind, so säume man nicht, auch sie zu excidiren; ebenso müssen auch vorgefundene harte Anschwellungen der Achseldrüsen entfernt werden. Liegen diese der Mamma nahe, so verlängere man einfach den zuerst geführten Schnitt gegen die Achselhöhle zu; sind sie aber weit entfernt, so muss ein neuer Einschnitt gemacht werden. Die während der Operation durchschnittenen und blutenden Gefässe werden erst nach vollständiger Lostrennung der zu entfernenden Partie, je nach ihrer Grösse, entweder torquirt oder unterbunden; doch vermeide man möglichst die Anlegung allzuvieler Ligaturen, indem durch sie die Heilung per primam intentionem gestört oder gar gänzlich gehindert wird. — Ist die Blutung vollends gestillt, ist die Wunde nicht zu gross und zu winklig und ist genug Haut er- übrigt worden, um die Wunde ohne allzubeträchtliche Spannung ih- rer Ränder vollkommen decken zu können, so lege man einige blu- tige Hefte an, wobei man jedoch den unteren Winkel der Wunde auf ]—IVi Zoll unvereinigt lässt, um dem Wundsecrete eine Aus- flussöffnung übrig zu lassen; durch diesen Winkel werden auch die etwa vorhandenen Ligaturfäden hervorgeleitet. — Unter den den obenerwähnten entgegengesetzten Verhältnissen bedecke man die Wunde mitCharpie und mit einer mit Gerat bestrichenen gefenster- ten Compresse, worauf der ganze Verband mittels einer Binde be- festigt wird. Nach 3—4 Tagen kann der Verband erneuert werden, was hierauf eine Woche lang täglich zu geschehen hat. Später be- decke man die Wunde mit Gerat und sorge durch fieissiges Auf- träufeln von lauem Wasser für die nöthige Reinhaltung derselben. Sollte die Vernarbung langsame Fortschritte machen, die Granula- tion sich allzuhoch über die Wundfläche erheben, so leistet das Be- tupfen der letzteren mit Höllenstein gute Dienste. Schliesslich dürften noch einige Worte über die symptomatische Behandlung des Brustkrebses -hier an ihrem Platze sein. Häufig sind die das erste Stadium der Krankheit begleitenden Schmerzen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925288_0679.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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