Zur Lehre von den angeborenen und erworbenen Verwachsungen und Verengerungen der Scheide : sowie des angeborenen Scheidenmangels : mit Ausschluss der Doppelbildungen / von F.L. Neugebauer.
- Neugebauer, Franz Ludwig von, 1856-1914.
- Date:
- 1895
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Credit: Zur Lehre von den angeborenen und erworbenen Verwachsungen und Verengerungen der Scheide : sowie des angeborenen Scheidenmangels : mit Ausschluss der Doppelbildungen / von F.L. Neugebauer. Source: Wellcome Collection.
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![auf eine künstliche Erweiterung der Scheide rechnete, nicht einmal für eine nach Schädelperforation zur Vollendung der Geburt genügende, zum Kaiserschnitt, und zwar aus Furcht vor Behinderung des Abflusses der Lochialsecrete, zu einer Porro-Amputation. Mutter und Kind gerettet. (Im Eeferat ist leider nicht angegeben, ob nach dem Gebärmutterschnitt nach der Scheide zu drainirt, der Kanal erweitert wurde oder nicht.) Extraperitoneale Behandlung des Stumpfes mit elastischer Ligatur. Der zweite Fall (4. September 1887) betrifft eine 36jährige Ilpara. 9 Jahre nach der ersten schweren Entbindung complete (?) Atresie der Scheide unterhalb ihrer Mitte. Jetzt todtes Kind. Bei der Sondenunter- suchung wird das Septum durchbohrt, nach Dilatation mittels der Hegar'- schen Dilatatoren passirt der Zeigefinger die Oeffnung und erreicht den macerirten Kindesschädel. Wegen befürchteter Infection dem Kaiser- schnitt die Amputatio utero-ovarica hinzugefügt. Die Mutter genas, das Kind war, wie gesagt, vorher abgestorben. Operation am 17. Tage nach Wehenbeginn. Extraperitoneale Stumpfbehandlung mit elastischer Ligatur. Weidlich will in ähnlichen Fällen erst die Atresie durch Per- foration des Verschlusses behoben wissen, dann zum conservativen Kaiserschnitt schreiten und, falls der Lochialabfluss erschwert oder Infection wahrscheinlich erscheinen sollte, zur Amputation. Zugleich tritt Weidlich der Forderung Kessler's entgegen, die Atresie zu perforiren und dann auf natürlichen Wege zu entbinden. Fall 13 (XIII). Solowjoff (Moskau): 8. Juli 1888 Porro- Operation bei einer 22jährigen Ilpara, enges Becken und narbige Scheidenstenose, Vesicovaginalfistel; jetzt Operation 24 Stunden nach Wasserabfluss; die stark ausgedehnte gefüllte Harnblase drängte sich während der Operation in die Bauchschnittwunde vor und musste punktirt werden. Extraperitoneale Behandlung des Stieles mit ein- trat's Serrenoeud. Mutter starb nach 46 Stunden an Sepsis, Kind ge- rettet. Als Todesursache Gangrän des oberen Abschnittes der vorderen Harnblasenwand. (Medicinskoje Obozrenje [russisch] 1888, Nr. 21.) Fall 14 (XIV). Martinetti („II laccio elastico nel governo intraperitoneale del peduneulo. Annali di Ostetricia 1889, p. 520 bis 530). Porro-Operation in Florenz bei einer 37 jährigen Ipara am 25. Mai 1889 wegen Narbenstenose der Scheide und einer vulvo- vaginalen Missbildung. Mutter und Kind gerettet. Stumpf sammt elastischer Ligatur versenkt. Fall 15 (XV). F. Spaeth (Münchener med. Wochenschrift 1889, Nr. 14) berichtet eine von Prochownik infolge von narbiger Scheidenstenose nach einer vorangegangenen schweren Entbindung vollzogene Porro-Operation (bei der ersten Entbindung Perforation und Kranioklasie). 30jährige Ilpara. Der Finger drang nur 1 cm](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21069128_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


