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Credit: Beiträge zur Geburtshülfe, Gynäkologie und Pädiatrik. Source: Wellcome Collection.
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![gelegen hatte, waren die Krselieinnngen entzündlicher Reizung, die vielleicht durch den Zapfen entstanden war, stärker geworden. Hingegen waren der croupöse Belag und die beginnende Nekrose einzelner Schleimhaut]>artieen wieder verschwunden, seitdem das Darinstück nicht mehr zu Tage lag. Am 6. Tage drang der Prolaps selbst bei einer mehrere Minuten andauernden Entfernung des Appa- rates nicht mehr vor und am 7. Tage ging sogar ein gleichzeitig mit Entfernung des Apparates auftretender Keuchhustenanfall vorüber, ohne den Darm vorzustülpen. Nur drang zeitweise, besonders wäh- rend der Defäkation und bei Wirkung der Bauchpresse aus der wesentlich verkleinerten Analötfnung noch blutig gefärbter, gelblich- grüner Eiter hervor. Die Retraktion machte jetzt so rasche Fort- schritte , die noch partiell ausgestülpte Schleimhaut zeigte derartige Abschwellung und Abblassung, dass die wiederhergestellte Spann- kraft des Sphincter ani ext. zur Retention genügte. Obgleich auch der Darm bereits eine gewisse Toleranz gegen den sein Lumen aus- füllenden Zapfen gewonnen hatte, wie aus dem völligen Nachlass des krankhaften Sekretes hervorging, wurde doch nunmehr — am 9. Tage —, um jede fernere unnöthige Reizimg zu vermeiden, der Zapfen weggelassen imd nur noch, zur größeren Sicherheit, die einfache, central perforirte Bleiplatte vor dem Anus fixirt. Auch dies erwies sich aber nach 36 Stunden als überflüssig; der Mast- darm drang', selbst bei Hinweglassung jeglicher Bandage, bei den noch immer intensiven, aber selteneren Keuchhustenparoxysmen nicht mehr vor. Er hatte seinen Tonus vollkommen wiedererlangt und blieb von da an normal. Dieser Fall von kompleter Heilung eines irreponibeln Prolapsus recti schwereren Grades durch mechanische Behandlung spricht so zu Gunsten dieser Methode bei kleinen Kindern, dass fernere \ei- suche mit diesem Apparat wohl geboten erscheinen. Der unvei- dienten Vergessenheit verdient diese von uns modificirte Vogt sehe Methode um so mehr entrissen zu werden, als sie selbst von Bökai in dessen Bearbeitung* der »ICrankheiten des Mastdainis und des Afters«'), trotzdem Vogt’s Vortrag in der sehr fleißig zusammen- gestellten Literatur angeführt ist, bei Besprechung der Therapie (S. 666) keine Erwähnung gefunden hat. Bökai hat jedenfalls keine Veranlassung gehabt, diese Methode zu versuchen, da ihm, wie er schreibt, das Auflegen einer fingerdicken Kompresse auf den 1) Gerhardt, llaudb. d. Kinderkr. VI, 2. Abth. 1880, S. GIO ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22291994_0220.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


