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Credit: Beiträge zur Geburtshülfe, Gynäkologie und Pädiatrik. Source: Wellcome Collection.
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![wieder erneuert und es kommt vor, dass der Arzt bei seinem nächsten Hcsuclic den Darm unter dem nicht gut sitzenden Verltande tlicil- wcise prolalnrt, resp. mit Filces bedeckt vorfindet. Soll ein Verband zur Zurückhaltung des Mastdarmvorfalles von Laienhänden erneuert werden, so muss er sich rasch und sicher an- legen lassen. Mit wenigen Handgriffen muss er so zu befestigen sein, dass er gut und unveränderlich sitzt. Er muss stets eine Über- sicht über diese der permanenten Reinhaltung so bedürftige Region, eventuell sogar die A])plikation von Salben auf etwaige in Intertrigo und Eskoriation übergegangene Stellen gestatten. Alles dies ist bei dem Zirkeltourenverband, wenn nicht unmöglich, so doch sehr er- schwert, bei dem oben geschilderten Mastdarmträger aber erreicht. Ebensowenig, wie der Verband mit Rollbinden und die Kom- pression der Nates, kann, wie schon angedeutet, das straffe An- drücken einer Kompresse, eines Watte- oder Charjne-Bausches *), eines Schwammes oder dergl. mittels T-Binde hei Mastdarm-Vor- fällen kleiner Kinder eine zuverlässige Methode darstellen. Immer treten die schon angegebenen Übelstände störend hervor. Auch in dem von Pädiatrikern empfohlenen Anlegen von Heftpflasterstreifen, die, von der Symphyse nach dem Kreuzbein gehend, an der After- öffnung nur einen kleinen Raum für den Durchtritt der Stühle frei lassen, lässt sich nur ein Nothbehelf erblicken, den man nicht be- fürworten kann. Auch hier siud die Umständlichkeit und Mühe des Verbandwechsels, die Kothansammluug oberhalb des Verbands ganz offenbare methodische Mängel. Die nicht ohne Grund gefürchtete Dilatation des Sphinkter ist glücklicherweise bei dem von uns befürworteten Mastdarraträger vermeidbar. Darin, dass Mittel wie Charpie-, Leinwand-, Holz-, Bein- oder Kautschukpfröpfe, die in die Afteröftnung applicirt werden, erweiternd und erschlaffend auf die Sphinkteren einwirken, muss ich Bökai beistimmen. Ich würde derartige Vorrichtungen, wenn sie nicht der Form des Darmlumens angepasst und nicht pei- forirt sind, verwerfen, wie ich jeden »Obturator« zur bloßen »Ver- stopfung« der Afteröfifnung für ein durchaus irrationell ersonnenes Instrument halte, zu dem man — ebenso wie zu dem mit T-Biude fixirten Gummiball — nur in der Noth greift, um sich momentan zu helfen. Grade die gestielte Form des Zapfens hei unserem Mastdarmträger möchte ich als besonders praktisch bezeichnen und l) Gerhardt, Lelirl). der Kiiidorkranklieiten. 4. Auff. 1881, S. 497.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22291994_0222.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


