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Credit: Beiträge zur Geburtshülfe, Gynäkologie und Pädiatrik. Source: Wellcome Collection.
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![gerade in dem Umstande, dass der dnrelibolirte Zai)fen da, wo er der Platteanfsitzt, also entsprechend dem äußeren Sinnkter, dünn, nach ohen zu aber kolhig verdickt ist, eine Gewähr gegen Erweite- rung des Schließmuskels finden. Ein solcher Za})fen lässt sich, trotz seines dickeren Eudes, seihst von unkundiger Hand leicht ein- und ausführeu. Er gestattet auch die Anlegung in dem Stadium, in wel- chem der Spinkter seinen Tonus wieder erhält, und beeinträchtigt dessen Kestitutio in integrum nicht. Einige Unvollkommenheiten hesizt der in unserem Falle ange- wandte Mastdarmträger allerdings. Zunächst scheint der in den Darm eingeführte Zapfen die Darmschleimhant gereizt zu haben; allein theils wurde dies durch Eiufetten desselben mit Karbol-Va- seline sehr wesentlich gemildert, theils scheint gerade dieser Reiz die Losstoßung der crouposen und nekrotischen Partieen beschleu- nigt zu haben, ohne dass ein bemerkenswerther Nachtheil für das Kind daraus entstand. Ein anderer Übelstand beruht darin, dass der Rand der Platte die schon ohnehin empfindliche Haut der Nates etwas reizt. Sie zeigte stellenweise grau-schwarze (von Schwefel- blei herrührende), etwas macerirte und entzündete Stellen, die sich aber nach Einlegen von Salicylwatte sofort wieder besserten, zu einer Ulceration gar nicht gelangten. Als Vorzug verdient genannt zu werden, dass unser Mastdarm- träger durch Bestreichen des Zapfens mit salbenförmigen Stoffen und durch die Möglichkeit, einen Pinsel durch das Lumen zu führen, in situ eine Applikation von medikamentösen Stoffen auf die Mastdarm- schleimhaut gestattet, und dass ein Klysma durch den Zapfen hin- durch eingebracht werden kann, wenn die Erweichung der Koth- massen oder der Tenesmus dies nöthig machen. Nach Alledem lassen sich die Vorzüge dieses Apparates, der von Herrn Otto M ö c k e in Leipzig gefertigt ist, in folgenden Punk- ten resumiren: 1) Der Apparat ist billig und leicht zu beschaffen. 2) Er ist selbst von Nichtärzten leicht und sicher einzuführen und zu befestigen, ohne das Kind zu belästigen. .5) Er dient dem erschlafften Uarmstück als Stütze. 4) Er hindert den Prola])S, selbst bei starker Wirkung der Bauch presse, sicherer und vollkommener am Hcraustreten, als die sonstigen Ketentionsapparate. 5) Er ermöglicht die Kothentleerung und nachherige Reinigung ohne Verbandwechsel.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22291994_0223.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


