Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer.
- Fischer, H. (Hermann Eberhard), 1831-1919.
- Date:
- 1909
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Credit: Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![Brentano, bei der Hand Brentano () pGt. und bei der Hüfte 7 pCt. mehr. Knie und Schulter sind die am meisten exponierten Gelenke. Von Schaefers Verletzungen waren an den oberen Extremitäten 98,5 pCt., an den unteren 81.3 pCt. durch Infanteriefeuer bedingt. Kein Patient blieb in der Front. Die Heilungsdauer betrug durclischnittlich an den Epiphysenschüssen der oberen Extremitäten 8,6 Wochen ,, ,, ,, unteren „ 8,9 ,, der Schulter 10,5 am Ellenbogen 9,25 an der Hand 11,5 ,, Hüfte am Knie 8,65 Fuße 9,4 Also heilten die Schußfrakturen der unteren Extremitäten schneller als die der oberen, eine schon an sich, aber besonders für die Hüfte und das Knie ganz erstaunliclie Tatsache! Einen durchsclmittliclien Dienstverlust ei-litten die Verletzten an den Gelenken der IM. 1-2 M. 2-3 M. 3—4M. 4-6 M. i/o Jahr u. mehr oberen Extremitäten 4,3 50,3 28,4 9,9 2,8 4,3 pCt. unteren ,, 2,0 37,0 38,0 14,0 6,0 3,0 „ Er ist also bei den Schußverletzungen dei‘ unteren ExtJ-emitäten etwas größer gewesen als bei denen der oberen. b) Klinisclies. Auffallend bleibt der relativ gutartige Verlauf der Gelenkschüsse in Asien. Bornhaupt berichtet, daß in seinem Lazarett trotz mangelnder Fixation 86 pCt. der Gelenkschüsse bei konservativer Behandlung heilten. 5Ian fixierte bei den Bussen, wenn es überhaupt geschah, mit Schienen. Sie waren aucli bei den Japanern beliebter als Ti'ansportgipsverbände. Die Volkmann sehe Schiene beAvährte sich nicht als Transportverband. Von seinen 29 Fällen in Charbin kamen 12 (41,3 pCt.) infiziert ins Lazarett, davon stammten 11 aus der Schlaclit bei Mukdeu (91.6 pCt.). Bei Feru- schüssen war die Epiphyse mit einem Loch oder rinnenförmig durch- bohrt. bei Kahschüssen feldten aber Sprengwirkungen selten. Retention der Geschosse, frei in den Gelenken, in der Kapsel oder in den Knochen steckend, kam öfter zur Beobachtung an allen Gelenken und bei allen Geschossen, Bei nicht infizierten Schüssen der Gelenke, welche alle von Yollmantelgeschossen lierrührten, waren operative Eingriffe nur bedingt durch Splitt er extraktionen bei umfangreicheren Zersplitterungen der IGiochen (Sprengwirkungen) oder zur Kugelextraktion. Eeberall, wo sich Gelenkergüsse fanden, sollte ein gut fixierender, komprimierende]- aseptischer Yerband angelegt werden. Das ist bei den Russen aber oft versäumt worden. Kacli der Heilung auch der nicht infizierten Gelenk- scJiüsse beobachtete Brentano Muskelatrophien, Steifheit des Gelenks und Schmerzen darin. Die passiven Bewegungen machte er sehr vorsichtig, weil sie erst schlecht vertragen werden. Von den 12 infizierten stammten 6 von Infanteriegeschossen, 3 von Siirapnells und 1 von einer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28986556_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


