Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer.
- Fischer, H. (Hermann Eberhard), 1831-1919.
- Date:
- 1909
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Credit: Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![nocli Zeit für einen solchen bleibt. Auch wird jeder gewissenhafte Cliiriirg jedes blutende Gefäß, das er olme unreine Berüh]*ung der Wunde in loco fassen kann, znbinden, wie es Oettingen in der Sclilacht bei Mukden in 5 Fällen tat. .Die Ligatur soll, wenn sie angelegt wird, alle Seitenäste, die von der verletzten Stelle ansgehen, verschließen. .Vnch damit wächst ihre Gefahr! Die Crefäßnaht von Zoege-Manteuffeis und Brentanos gewiclitigen Antoiitäten für die Feldpraxis empfohlen und von ihrer hohen Kunst erfolgreich ansgeführt, wird kaum viel Anhänger finden. Die Schußwunden in den Gefäßen sind meist viel zu groß dazu! Man müßte bei einer einseitigen Naht das Gefäßlumen gefährlich verengen oder zirkulär das Rolir exzidieren und so nähen. Das Avird aber Avegen des Verlustes der GefäßAvand an Elastizität durch die blutig-ödematöse Durchtränkung selten gelingen. Sie folgt daher dem Faden nicht mehr oder dieser hält nicht lange! Man verfährt daher am besten, wenn man (oline eine zur Operation di’ängende große Blutung) sich exspektativ verhält, den Patienten nicht iransportiert, das gut fixierte Glied hoch lagert und einen leicht kom- ])rimierenden aseptischen Verband auf die Wunde legt, sobald die Lage der Wunden eine Läsion größerer Gefäße Avahrscheinlich macht. Mit der Stillung der parenchymatösen Blutung soll man keine Zeit verlieren, die Blutstillung aber doch abAvarten, ehe man verbindet, damit man es nicht Aviederholt zu tun braucht. Styptica hat man, Avie es scheint, zu dem ZAvecke nicht verwendet, und das war gut! Der Es- marchsche Schlaucli ist, AAÖe es scheint, bei den Russen Avenig im Gebrauch geAAnsen. Der Kriegschirurg sollte ihn nicht aus der Fland geben! Es Avird sonst Mißbrauch damit getrieben. Man liat durcii ihn Brand der Glieder erzeugt. Um die Bildung eines guten Kollateralkreislaufes vor der Aneurysma- operation zu befördern, verrichteten die Japaner erst 14 Tage vorher eine methodische Kompression des Gliedes. Korotkow komprimierte, um festzustellen, ob die Kollateralen so stark entAvickelt seien, daß die Existenz der Extremität gesichert ist, die Arterie oberhalb und unter- lialb des Tumor und maß mit dem Manometer den arteriellen Druck distal davon. Das ist für die Feldpraxis doch wohl zu umständlich, obAvohl es Avissenschaftlich gut begründet und durcli die Erfahrung be- Avährt ist. Siehe die Beobachtungen 0 pp eis. Die Kompression reichte zuweilen zur Radikalkur hin. So in einem Falle an der Karotis, den Heule sah. Auch Saigo sah durch Kompression Aveit geförderte Natur- heilungen von GefäßAAuinden. Die Prognose der Aneurysmaoperationen ist außerordentlich günstig für das Glied und das Leben der Patienten in Asien geAAnsen. Die Inzision an der Seite des Gefäßes soll man sehr lang machen und den Sack vorsichtig herauspräparieren. Das ist sehr schwer und oft genug kaum möglich, ohne benachbarte Nerven zu ver- letzen (Henle 2 mal). Henle hat dabei Stücke des Sackes sitzen lassen oder auch den Sack nur gespalten. In keinem Falle Avar ihm die Wiedervereinigung der Gefäßenden möglich. Er schloß die Wunden ohne Drainage. Leicht bleiben Kontrakturen der Muskeln (Caput obstipum, Henle) oder der Gelenke (Knie, Henle) zurück nach der Operation. Bei der Ligatur des SubklaAuaaneurysma ist Kikuzi nacli Antyllus](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28986556_0115.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


