Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer.
- Fischer, H. (Hermann Eberhard), 1831-1919.
- Date:
- 1909
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Credit: Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![liam man zur Arbeit bis tief in die Nacht hinein. Am dritten Tage begann ein mäch- tiges feindliches Feuer, man mußte Alles zusammenraffen und sich dem Rückzuge anschließen. Die Japaner und Russen verslantlen mit dem S])aten gut nmzngehen. Material zn Yej’schanziingen bot das Hirsestroli dar. Je weiter die Truppen vordraiigen, nni so inelir ScliutzvoiTictitnngen fand man für die 'rrniipenverbandplätze in den von den Truppen eri-ichteten Gräben, Wällen und Erdhütten, die man erweiterte und noch schiißsiclierer maclite, .Merkwürdigerweise benutzten die Russen diese Laufgräben mir anfangs für ihre Verbandplätze und später nicht mehr, weil diese, von Leichen (U’füllt und eng angelegt, keinen genügenden Raum für ihr Handeln dar- boten. besonders aber, vnil sie bei den Rückzügen die Verwundeten nicht schnell genug aus ilmen abheben und mitnehmen konnten. Wir haben gesehen, daß man möglichst nahe den kämpfenden Truppen bleiben solle, doch auch nicht zu nahe! Darin haben die frei- willigen und ofliziellen russischen Kolonnen anfangs viel gefehlt. Sie erlitten große Verluste und’hatten eine geringfügige Leistung. Eine beständige ITiruhe durch Etablieren und Abreissen der A^erbandplätze trat ein! Durch das dabei gebotene Herumschleppen der Verwundeten wurde den Wunden viel geschadet! Die gi’instige Lage erleichtert die Arbeiten der Verbandplätze beträchtlich. Das zeigen die Erfahrungen des Roten Kreuzes und der Kolonnen der freiwilligen Pflege der Russen. Sie wollen während der Schlacht am Schaho in wohl situierten Kolonnen 9162 Verwundete aufgenommen, 4264 verbunden und 27125 Kochportionen an die Verwundeten und Kämpfenden abgegeben haben. Der Abschub ging über Mukden nach Charbin. Er dauerte 10 Tage und evakuierte in 46 Zügen 4025 Kranke und 29307 Verwundete. Es herrschten während dieser Zeit Schneestürme bei ca. — 12 bis 14® R. Die Waggons w^aren meist nicht geheizt. Eine sehr große Zahl von Er- frierungen war die Folge. Bei Wafangou sollen von einer Kolonne 1200 Verbände angelegt sein, darunter Yg im Feuer. Bei Landjasan konnten dagegen 4 Kolonnen zu nahe dem feindlichen Feuer fast nichts verrichten. Bei Liaojang gingen durch die Verbandplätze der Kolonnen am Bahnhofe, ferner 1 Werst nördlich durch 4 Lagerungs- Verpflegungsstationen und Y2 Wrst weiter durch 3 mobile Lazarette mit einer großen Pflegestation 7000 Verwundete. Einzelne Kolonnen konnten sogar 500 Verbände an- legen. Auch standen überall Wagen zum Abschub der Verwundeten bereit! Das Georgslazarett bei Liaojang war während einer Woche in ununterbrochener Arbeit und versorgte 2745 Verwundete durch Verbände und Evakuation. Am 1. 9. geriet das Eugenienlazarett durch 3 Granaten in Brand, doch wurde das Personal gerettet. Die Verpflegungsstationen erquickten 13500 Mann. Zu der Zeit, die der Schlacht von Liaojang folgte, hatte das Rote Kreuz 606 Offiziere und 29307 Soldaten, darunter 292 verwundete Offiziere und 8003 verwundete Mannschaften und außerdem noch 806 aus Port Arthur verbunden, nach der Schlacht am Schaho 827 Offiziere und 28479 Mannschaften evakuiert. Das waren große Leistungen, aller Anerkennung wert. Dagegen hatten wieder andere Verbandplätze des Roten Kreuzes eine so schlechte Lage, daß jeder Verband 250 Mark kostete. Seit Liaojang hörte bei den Russen die AVundpflege auf den Truppen- verbandplätzen fast ganz auf. Die Aerzte waren völlig verzagt, weil sie die Xutzlosigkeit derselben einsalien. Die in kleiner Zalil vorhan- denen Verbandplätze wurden überlaufen, die Aei’zte konnten also nur](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28986556_0143.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


